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Mehr Geld und mehr Personal für Asylsuchende im Landkreis

Am kommenden Montag wird der Kreistag über den Nachtrag im Haushalt beraten (Foto: bc)
am. Stade. Für die Flüchtlinge im Landkreis Stade wird mehr Geld gebraucht. Das soll es - so die Empfehlung des Finanz- und Personalausschusses - auch geben. Die hohen Flüchtlingszahlen waren Ende 2014, als der Landkreis Stade seinen Haushalt beschlossen hat, noch nicht abzusehen. Damals veranschlagten die Haushaltsplaner das Budget für die Betreuung und Unterbringung von Asylbewerbern auf 7,4 Millionen Euro. Nun sind laut Berechnungen rund 11, 5 Millionen Euro nötig. Dazu kommen noch 75.000 Euro für die Aufstockung der Verträge mit der AWO und dem Bildungswerk Cadenberge, die sich um die Betreuung und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Asylsuchenden kümmern. Die nun benötigten 4,1 Millionen Euro reißen zunächst ein Loch in den Haushalt. "Am Ende werden wir die Lücke jedoch wahrscheinlich ausgleichen können", sagt Landrat Michael Roesberg. Er rechnet mit einer Einmalzahlung vom Bund, die aber noch nicht sicher ist.
Das Land hat zu der Pro-Kopf-Pauschale, die es an den Landkreis zahlt, bereits eine Einmalzahlung von 2,3 Millionen Euro zugesagt. "Wir brauchen nicht nur Einmalbeträge, sondern die Erhöhung der Landespauschale pro Asylbewerber, damit wir auf Dauer liquid bleiben können", fordert Roesberg. Die Pauschale werde auf Basis der Flüchtlingszahlen von 2013 berechnet und sei mit rund 6.000 Euro pro Kopf viel zu gering.
Der Ausschuss hatte sich zudem für die Aufstockung des Personals ausgesprochen. Insgesamt sollen zehn neue Stellen entstehen. "Gibt es genug Fachpersonal?", fragte Hans-Jürgen Detje (CDU). Eine klare Antwort blieb der Landrat darauf schuldig. Er sprach nur den Fachkräftemangel in Deutschland an.
Die Prognosen für 2016 lassen die Herausforderungen, denen sich der Landkreis in naher Zukunft noch stellen muss, erahnen: Laut aktuellen Berechnungen kann der Landkreis Stade bis zum Jahresende 2016 mit mindestens 5.000 Flüchtlingen rechnen. Detje ermahnte, dies schon jetzt in der Haushaltsplanung für 2016 zu bedenken.
• Über den Nachtrag im Haushaltsplan berät am Montag, 5. Oktober, um 9 Uhr der Stader Kreistag. Mehr dazu lesen Sie in der nächsten Samstagsausgabe Ihres WOCHENBLATT.