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Mehr Personal für minderjährige Flüchtlinge Landkreis Stade

Jugendamtsleiter Jens Schreiber und Sozialdezernentin Susanne Brahmst

Ausschuss bringt ein Dutzend neue Stellen im Jugendamt und Jugendhaus auf den Weg

tp. Stade. Dringenden Bedarf an neuen Mitarbeitern meldete der Chef des Jugendamtes des Landkreises Stade, Jens Schreiber, auf der Sitzung des Kreis-Finanz- und Personalausschusses angesichts des anhaltenden Zulaufs jugendlicher Flüchtlinge. Das Gremium brachte daher ohne Einwände die Schaffung von 3,25 Stellen im Jugendamt auf den Weg. Weitere 3,5 Stellen sind im Stader Jugendhaus am Vorwerk vorgesehen, in dem Kinder und Jugendliche in Notlagen eine Bleibe finden. Derzeit sind in der Jugendamtsverwaltung 80 Mitarbeiter beschäftigt und 18 im Jugendhaus.

Gut die Hälfte der für 2016 geplanten zusätzlichen Dauerarbeitsplätze, die insgesamt mit 387.000 Euro zu Buche schlagen, geht direkt auf die gestiegenen Anforderungen durch allein reisende minderjährige Asylbewerber zurück. Ihre Zahl im Landkreis stieg seit Mitte Oktober von fünf auf aktuell knapp 100. Bei der Behörde geht man davon aus, dass 70 bis 80 von ihnen dauerhaft im Kreisgebiet bleiben.

Jens Schreiber erläuterte vor den Kreispolitikern, wo im täglichen Betrieb "der Schuh drückt". Verstärkung benötigt unter anderem die Abteilung zur Bearbeitung von Förderanträgen beim Bund und Land, ebenso die wirtschaftliche Jugendhilfe, die sich u.a. darum kümmert, dass auch minderjährige Flüchtlinge die ihnen zustehenden Geldleistungen erhalten. Eine Stelle ist in der Abteilung "Beistandschaften" vorgesehen, die Unterhaltsfortzahlungen sicherstellt. Gleich zwei neue Kräfte sind im Bereich der vom Gericht bestellten freien Vormünder. Durch den Zulauf minderjährige Asylsuchender ist im Kreis die Obergrenze von 50 Fällen je Amtsvormund bereits erreicht. Personelle Unterstützung benötigt auch der Pflegekinderdienst.

Insgesamt plant der Landkreis Stade, der derzeit rund 830 Mitarbeiter beschäftigt, für 2016 die Schaffung von 38 neuen Stellen in unterschiedlichen Dezernaten. Die Folge sei Platznot in den Büros, sagte Landrat Michael Roesberg. Schon jetzt müssten viele Mitarbeiter ihren Dienst in beengten Verhältnissen verrichten.

Eigentlich sollte sich die Lage durch das im Bau befindliche neue Verwaltungsgebäude "Am Sande" entspannen, doch inzwischen stellt man sich bei der Verwaltung darauf ein, dauerhaft zusätzliche Räume zu mieten wie derzeit an der Kurzen Straße. Ursprünglich sollten die alten Verwaltungsräume an der Großen Schmiedestraße nach Bezug des Neubaus verkauft werden. "Nun wollen wir sie vielleicht doch behalten" so Roesberg.

• Wegen des Eintreffens neuer Asylbewerber im Kreishaus fand die Ausschusssitzung am Dienstagmorgen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Wiepenkathen statt.