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Mit halber Kraft geht es auch

Marlies von Poten und Olaf Stein sind von Anfang an bei den "Bürgern im Dienst"

"Bürger im Dienst" senken Patrouillenzeit auf drei Stunden täglich / Die Brennpunkte im Visier

tp. Stade. Die "Bürger im Dienst" patroullieren wieder durch Stade. Nach einer Zwangspause im Winter, bedingt durch die Kürzung der städtischen Mittel für die freiwilligen Ordnungshüter (das WOCHENBLATT berichtete), haben die blau uniformierten Männer und Frauen Anfang März ihre Tätigkeit wieder aufgenommen.

Wegen des verringerten Budgets zeigen erstmals nur zwei statt vier "blaue Cops" täglich in den Abendstunden zwischen Bahnhof und der City Präsenz. Im Stadtteil Hahle wurde der Service der ehrenamtlichen Ordnungshüter ganz eingestellt. Zwei "Freizeit-Sheriffs" haben laut Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) den Dienst quittiert, sodass jetzt noch zehn Kräfte abwechselnd im Einsatz sind.

Am vergangenen Freitag hatten Marlies von Poten (54), Verwaltungsmitarbeiterin in einem Architekturbüro, und Olaf Stein (46), Heizungsableser, gemeinsam Dienst. Beide sind seit 2007 dabei, als die "Bürger im Dienst" als Pilotprojekt starteten.
Nach den anhaltenden Querelen im Stadtrat wegen der Mittelkürzung bei den "Bürgen im Dienst" von 30.000 auf 15.000 Euro wollte Marlies von Poten "eigentlich aufhören, um nicht zum Spielball der Politik zu werden". Doch dann entschied sich die engagierte Frau, weiterzumachen: "Ich tue es nicht fürs Geld, sondern weil es sinnvoll ist", sagt sie. Ihr dreistündiger Marsch durch die Stadt führt sie oft vorbei an ruppigen Jugendlichen, die auf öffentlichen Plätzen lungern, an Touristen, die nach dem Weg fragen, Fremden, die ihr Auto auf einem unbekannten Parkplatz abgestellt haben, den sie nicht wiederfinden. Häufig nimmt von Poten Beschwerden über defekte Straßen- und Ampelbeleuchtung oder über wilden Müll auf.

Marlies von Potens Kollege Olaf Stein meint, auch mit reduziertem Stundenkontingent profitiere die Öffentlichkeit von seinem Einsatz, für den er sieben Euro Aufwandsentschädigung bekommt: "Mit halber Kraft geht es auch. Dann konzentriert man sich eben auf die Brennpunkte." Wichtige Stationen jeder Patrouille sind für ihn das Bahnhofsumfeld mit Parkhaus, Spielplätze, auf denen Jugendliche in der warmen Jahreszeit abends Partys feiern und der belebte Platz "Pferdemarkt". Auch Olaf Stein engagiert sich aus Überzeugung in der Freiwilligen-Streife: "Ich bin alter Stader und will etwas für meine Heimatstadt tun."