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Mit Strapsen zum Wurst-Anbiss in Stade

Frank Rutkowski Fotos: Die PARTEI Stade
 
Wahlplakat gegen die Aufreger-Satzung "Strabs": Die PARTEI Stade

Im Ernst! Die PARTEI rüstet sich zur Bürgermeisterwahl / Frank Rutkowski ist erster Kandidat / Drei weitere werden gesucht

tp. Stade. Polit-Klönschnack unter Stammtisch-Freunden mit Satire-Faible in Stade: „Wir brauchen vier Bürgermeister - wie vor dem Jahr 1711“, sagt Frank Rutkowski (50), Tiefbautechniker und Vorsitzender des Ortsverbandes Stade der Partei "Die PARTEI", mit Blick auf ein Kuriosum in der Stadtgeschichte. "Er hat Recht", meinen zumindest seine Mitstreiter. Der Entschluss steht fest - und das ist kein Witz: Frank Rutkowski ist der vierte Stader Bürgermeisterkandidat neben Amtsinhaberin Silvia Nieber (SPD), CDU-Herausforderer Sönke Hartlef und Richard Bodo Klaus (Piraten).

Die PARTEI in Deutschland wurde 2004 durch den ehemaligen Chef des Satire-Magazins "Titanic", Martin Sonneborn, gegründet. Er sitzt nun im Europaparlament und fällt dort durch satirische Redebeiträge auf. PARTEI steht für "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative".

Bereits 2016 gründete sich der Stader Kreisverband. Ende 2018 entschlossen sich die Mitglieder aus Stade, einen eigenen Ortsverband zu gründen, um lokale Reizthemen wie die Straßenbaubeitragssatzung ("Strabs") und die Entwicklungen auf der Camper Höhe zu begleiten.

Der Zeitpunkt ist gut, im kommenden Jahr finden Bürgermeisterwahlen statt und die Karten werden politisch neu gemischt. Die PARTEI sucht vier geeignete Kandidaten: Der Vorsitzende Frank Rutkowski würde sich "erbarmen", das Amt zu übernehmen. Aber er warnt: Wenn er gewählt würde, "dann rollen zumindest Salat-Köpfe". Als Bürgermeister-Nachfolger für Silvia Nieber würde er vorzugsweise das „Wurstanbiss-Ressort" übernehmen, denn die repräsentativen Aufgaben in dieser Stadt seien hinsichtlich der vielen Feste durchaus eine wichtige Aufgabe.

Vom PARTEI-Stammtisch gibt es bislang keine weiteren Anwärter: Der eine scheut die Öffentlichkeit, die andere darf sich nach Abschluss des Medizinstudiums auf ein höheres Gehalt als Ärztin freuen und meint, dass gute Ärzte weit mehr gebraucht werden als mittelmäßige Bürgermeister. Aber vermutlich will sie nur der Bundes-PARTEI zuvor kommen, denn diese schlug zur Bundestagswahl noch vor: „Angesichts einer genetischen Übereinstimmung zwischen Schweinen und Menschen auf dem Land von über 90 Prozent liegt es nahe, die ärztliche Versorgung im Güllegürtel Deutschlands den Tierärzten zu übertragen.“ Die anderen sind noch zu jung. Erst mit 21 Jahren darf man dieses Amt bekleiden.

Fehlen also noch drei Kandidaten: Der nicht ernstgemeinte Vorschlag, SPD-Kandidatin Nieber doch mitspielen zu lassen, wurde schnell verworfen: Zu sauer ist man über die Straßenbaubeitragssatzung, die Pläne in Campe, die schleppende Sanierung der Fußgängerzone („Die ist doch noch gut!“) und das Parkkonzept. Die PARTEI positioniert sich klar: "Wir sind gegen 'Strabs' und für Strapse (hier: Kabelbinder)."
Unlängst forderte sie die Einführung für Maut in Wohngebieten. Weitere Ideen: Datschen auf der Camper Höhe, autofreie Innenstadt ohne weitere Millionen-Parkhäuser mit jahrelanger Planungsphase - stattdessen mehr Stellplätze in der Peripherie, einen kostenlosen Bus-Shuttle und ein Tunnelsystem, durch das man sich trockenen Fußes durch die Stadt bewegen kann.


Casting am Fischmarkt

Wer sich mit den Zielen von Die PARTEI anfreunden kann, sollte deren Einladung zum Bürgermeister-Casting am Freitag, 8. Juni, um 19 Uhr am Fischmarkt annehmen. Zum Recall geht es zur später einberufen Aufstellungsversammlung - danach geht die Arbeit erst richtig los, denn ob die Kandidaten tatsächlich auf dem Wahlzettel stehen dürfen, entscheidet der Fleiß. Denn erst müssen viele Unterstützer-Unterschriften gesammelt werden, da Die PARTEI bislang noch in keinem übergeordneten Parlament in Niedersachsen vertreten ist.
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