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Müllverbrennung: "Gesundheitsrisiko für die Anwohner"

Die Anwohner befürchten u.a. einen zunehmenden Mülltourismus (Foto: archiv)
Experte referierte in Bützfleth

bc. Stade-Bützfleth. Vor dem Hintergrund der geplanten Müllverbrennungsanlage in Stade-Bützfleth (das WOCHENBLATT berichtete) folgte Professor Dr. Christian Jooss vom Institut für Materialphysik der Universität Göttingen einer Einladung der Bützflether Bürgerinitiative (BI) für eine umweltverträgliche Industrie. Gut 100 interessierte Gäste wollten am Mittwochabend den Vortrag hören. Jooss ist u.a. Herausgeber des Buches "Müllverbrennung - die chronische Volksvergiftung".
Wie berichtet, handelt es sich bei der Anlage auf dem Bützflether Sand um eine sogenannte Ersatzbrennstoffanlage der Firma "EBS Stade Besitz GmbH". Kürzlich gab das Gewerbeaufsichtsamt grünes Licht für den Weiterbau und den Betrieb der Anlage. Hier soll Müll, der vermutlich auch aus dem Ausland kommen wird, zur Stromgewinnung verbrannt werden.
"Müll- und Klärschlammverbrennung bedeuten die Degeneration wertvoller Rohstoffe zu giftiger Schlacke und Abgasen und damit eine schleichende Vergiftung von Mensch und Natur", heißt es dazu in einer Pressemitteilung der BI im Anschluss an die Vortragsveranstaltung. Während der Verbrennung in einer solchen Anlage entstünden hochreaktive Giftstoffe, die sich beim Abkühlen des Rauchgases zu Zehntausenden von Stoffen verbinden. Von ca. 100.000 freigesetzten Substanzen werden überhaupt nur ca. 40 bei unregelmäßigen Messungen ermittelt, so die BI.
Ultragifte seien langzeitstabil, breiten sich weitläufig durch Feinstpartikel aus und verweilen Jahrzehnte im Boden, wo sie sich in der Nahrungskette und schließlich im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern. Störungen des Immunsystems und Krebserkrankungen können die Folge sein. Weiter schreibt die BI: "Im Fall der Anlage in Bützfleth kommt erschwerend hinzu, dass die Trockenfiltertechnik sehr einfach gehalten wurde, sogenannte Sicherheitsfilter wurden zudem eingespart." Die unzureichende Rauchgas-Reinigung könne zu einem großen Gesundheitsrisiko für die Anwohner werden.
BI-Sprecher Jochen Witt: "Die Müllverbrennungsanlage muss verhindert werden. Dafür müssen alle betroffenen Bürger helfen, kurzfristig auch in finanzieller Form."
• Ein Spendenkonto und weitere Infos erhalten Interessierte auf www.wgb-stade.de