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Neue Adresse für Stader Wohnungslose: "Alte Abdeckerei"

Die neuen Obachlosenunterkünfte an der Bundesstraße 73

Umzug der Obdachlosen vom Fredenbecker Weg nach Wiepenkathen steht bevor

tp. Stade-Wiepenkathen. Der Umzug der Obdachlosen von den städtischen Notunterkünfte in der Barackensiedlung am Fredenbecker Weg in Stade in die Neubauten an der Bundesstraße 73 ("Alte Abdeckerei") auf Boden der Stader Ortschaft Wiepenkathen rückt näher. Auf der Ortratssitzung gab die Wiepenkathener Politik jetzt grünes Licht für die seit langem geplante Umsiedlung. Das Gremium folgte damit dem Beschlussvorschlag des Ausschusses für Feuerwehr, Sicherheit und Verkehr von Anfang Januar (das WOCHENBLATT berichtete). Die noch nötige Zustimmung des Stader Rates am Montag, 27. März, gilt als sicher.

Laut dem Wiepenkathener Bürgermeister Horst Deede werden voraussichtlich ab Frühjahr die ersten Wohnungen in den bislang ungenutzten, ursprünglich für Flüchtlinge vorgesehenen Flachdachbungalows mit Gasheizung bezogen. Maximal soll das Gebäude mit 22 Personen - vornehmlich alleinstehende Männer - belegt werden. Platz für weitere 15 Personen ist in dem benachbarten städtischen Einfamilienhaus, das vor kurzem eine neue Heizung bekommen hat.

Die Unterbringung von Frauen und Familien mit Kindern ist an dem Standort "B73, Hausnummer 200" nicht vorgesehen.

Die maroden, mit primitiven "Bolleröfen" ausgestatteten Nachkriegsbehausungen aus den 1950er beziehungsweise 1970er Jahren am Fredenbecker Weg sollen abgerissen werden.

Kommentar: Weiter am Rand der Gesellschaft

Dass die Stader Politik in den ungenutzten Asylbewerberwohnungen in Wiepenkathen neuen, menschenwürdigen Wohnraum für die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft freigibt und damit die prekären Lebensbedingungen in den zugigen und baufälligen Nachkriegsbaracken beendet, ist begrüßenswert. War aber auch lägst überfällig. Doch auch an der neuen Adresse, auf dem Gelände der ehemaligen Fleischmehlfabrik fernab des Stadtkerns mit Nähe zum lärmenden Verkehr auf der viel befahrenen Bundesstraße bleibt die Lage der Bewohner am Rand der Gesellschaft bestehen - nicht nur geografisch. Integration geht anders.
Thorsten Penz