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Neues Parkhaus in Stade: Bloß kein "Vogelkäfig"

Links der ursprüngliche Parkhaus-Entwurf der Firma "Matrix", rechts der neue, filigranere (Foto: Stadt Stade)
bc. Stade. Inständig bat Stadtbaurat Lars Kolk die Politiker im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss um Zustimmung, was den neuen, anspruchsvolleren Entwurf des Parkhauses zwischen Wallstraße und Stockhausstraße angeht. Einstimmig konnten die Mitglieder schließlich der Bitte folgen, auch wenn sie sich noch in den Fraktionen beraten wollen.

Der ursprüngliche, minimalistische Ansatz einer Parkpalette der Firma Matrix mit dem Charakter eines "Vogelkäfigs" (O-Ton Kolk) scheint damit vom Tisch zu sein. Die neue Fassade, ausgearbeitet vom Hamburger Architekten Michael Blunck, soll den Ansprüchen der Stader Altstadt besser gerecht werden. Kolk: "Schließlich müssen die Bürger 50 Jahre mit dem Bau leben."

Geplant ist nun, die Fassade bis zur Traufhöhe der benachbarten, alten Bebauung mit einem hellen Stein zu verklinkern. Darüber sollen farbige Holzlamellen die Fassade filigran wirken lassen. Ursprünglich waren Stahlstäbe vorgesehen. Damit das Gebäude optisch nicht auseinander fällt, sollen beide Stirnseiten geklinkert werden. Abschließen soll der Parkhaus-Klotz mit einer gläsernen Balustrade. Kolk: "Der neue Entwurf nimmt dem Gebäude die Wuchtigkeit." Das Problem: Die hochwertigere Gestaltung kostet die Stadt bis zu 780.000 Euro mehr.

Wie berichtet, hat die Stadt das Parkhaus-Projekt von der Firma Matrix übernommen. Bislang sind 8,4 Mio. Euro für den Kauf, Abriss und Neubau des Gebäudes im Haushalt eingeplant. Eigentümer und Betreiber wird die Stadt sein. Möglicherweise will sie aber das Parkhaus mit den 500 Stellplätzen später wieder veräußern.

Auch weitere Arbeiten rund um das Parkhaus wurden im Ausschuss vorgestellt. So soll in 2017 die Stockhausstraße mit einem neuen Kanalsystem komplett erneuert werden. Ziel der Stadt ist es, die Busse hier halten zu lassen und nicht mehr auf dem Pferdemarkt. Ende 2017, zur Eröffnung des neuen Einkaufszentrums, soll die Straße fertig sein.

Von der Wallstraße sollen künftig Autos aus nördlicher und südlicher Richtung ins Parkhaus fahren können. Eine Linksabbieger-Spur für ca. zehn Fahrzeuge soll Staus vermeiden. Die Zufahrt ins Parkhaus wurde Richtung Schiffertorstraße verlegt. Dort, an der Kreuzung der Schiffertorstraße mit der Wallstraße, soll in 2018 ein Kreisverkehr entstehen (wie berichtet), damit der Verkehr, der aus dem Parkhaus nur nach rechts abbiegen darf, leichter wenden kann. Die alten Unterführungen will die Stadt aufgeben.

In dem Parkhaus, das ab der siebten Ebene gestaffelt gebaut wird, um umliegende Gebäude nicht zu verschatten, will die Stadt dauerhaft Personal einsetzen. Außerdem sind Motorradstellflächen und Parkplätze für Elektroautos mit Strom-Ladestation geplant. Vorgesehen sind auch zwei Fußgängerbrücken zum neuen Einkaufszentrum.
Das alte Parkhaus soll demnächst dem Erdboden gleichgemacht werden.