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"Öffentliche Hand muss sich stärker engagieren"

Primitive Baracken am Fredenbecker Weg. Einige Menschen leben jahrelang in den tristen Notbehausungen im Süden der Stadt Stade

Obdachlosenensiedlung Fredenbecker Weg: keine schnelle Lösung in Sicht

tp. Stade. Bei der Verbesserung der Unterbringung obdachloser Menschen in den städtischen Notunterküften am Fredenbecker Weg in Stade (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach) ist keine schnelle Lösung in Sicht: Der Sozialausschuss befasste sich auf seiner jüngsten Sitzung mit einem Antrag der SPD-Fraktion auf Modernisierung der Barackensiedlung, in der zeitweise mehr als 50 Menschen leben, einige von ihnen schon seit Jahrzehnten.

Die SPD-Fraktion erklärte im Gremium, dass sie nicht bereit sei, die jetzige Wohnsituation mit primitiven Kohleöfen und der allgemein sehr alten Bausubstranz aus den 1950er Jahren weiter hinzunehmen. Der Erste Stadtrat Dirk Kraska verwies in diesem Zusammenhang auf den eigentlichen Zweck der Behausungen zur kurzzeitigen Notunterbringung Wohnungsloser.

SPD-Ratsherr Oliver Kellmer erinnerte an seinen Antrag vom Januar, nachdem die Stadtverwaltung ein "kurzfristig umsetzbares Konzept zur Modernisierung der Obdachlosenunterkünfte" vorlegen sollte. Doch die gewünschte Strategie wurde bislang nicht entwickelt.

Nach vagen Plänen der Verwaltung könnte die Obdachlosensiedlung im Rahmen einer aktuellen Stadtentwicklung schon bald verlegt werden. Denn in direkter Nähe zum Fredenbecker Weg entsteht das Neubaugebiet "Heidesiedlung Riensförde". So lange will Oliver Kellmer nicht warten: "Die Situation muss zügig verbessert werden, wo und wie muss offen diskutiert werden."

Nach Meinung des Sozialpolitikers Kellmer "ist die Stadt Stade wohl nicht alleine zuständig, sondern muss hier mit dem Landkreis zusammenarbeiten". Allgemein müsse sich die öffentliche Hand viel mehr engagieren und dabei die Gesamtsituationen der Armen und Gestrandeten im Blick haben. Kellmer betont: Der Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit, Schulden, Schufa-Eintrag, Armut, Wohnungslosigkeit und Unterbringung in der Obdachlosenunterkunft müsse "dringend zum Wohle der dort lebenden Personen durchbrochen werden".