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Papierloser Rat bei Stadt und Landkreis

Für den Stadtrat brechen papierelose Zeiten an

Verwaltung schafft mehr als 100 Notebooks für Stader Lokalpolitiker an

tp. Stade. Endlich ist die Politik der der Hansestadt Stade, der ein verstaubtes Image als Beamtenstadt anhaftet, in Puncto Technik offiziell im 21. Jahrhundert angekommen: Die Verwaltung läutet die Ära des papierlosen Rates ein. Übrigens etwa zeitgleich mit dem Landkreis Stade, der jedoch ein anderes Konzept verfolgt. Die Stadt schafft für seine Politiker Internet-fähige Notebooks an. Die Kreispolitiker müssen ihre eigenen tragbaren Computer benutzen.

Für die Lokalpolitiker im Stadtrat und in den Ortsräten werden rund 100 Notebooks gekauft. Die Rechner werden den Politikern der neuen Gremien im Herbst nach den Kommunalwahlen leihweise zur Verfügung gestellt.

Heimlich privat surfen - womöglich während der Sitzungen - ist im Leih-Paket allerdings nicht drin. Die Geräte werden so konfiguriert, dass die Feierabendpolitiker nur das gemeinsame Programm „Mandatos“ aktuellen Sitzungs-Infos sowie alte Ratsvorlagen abrufen können. Ähnlich wie bei einer virtuellen Kindersicherung sind auf dem Browser nur ausgewählte Internetinhalte freigeschaltet.

Nach Kalkulation der Stadt rechnet sich der Verzicht auf Papier langfristig: Kosten für Porto, Fotokopien und Arbeitszeit werden derzeit mit jährlich 37.000 Euro kalkuliert. Dem gegenüber stehen laufende jährliche Aufwendungen von 22.000 Euro für den elektronischen Betrieb und einmalig etwa 100.000 Euro für den Kauf der Geräte samt Software sowie für Lizenzen. Bei einer laufenden Netto-Ersparnis von 15.000 Euro im Jahr soll sich die Investition innerhalb von sechs bis sieben Jahren amortisiert haben.

Auch das Kreishaus stellt für seine Politiker um. Sie müssen jedoch ihre eigenen Computer benutzen. Sie sollen künftig mithilfe einer besonderen App über einen Zugangscode Sitzungsunterlagen und Co. Virtuell einsehen können.

Aus Angst vor der neuen Technik braucht übrigens niemand eine Kandidatur zu scheuen: Die Politiker bekommen professionelle Schulungen.

Der papierlose Rat hat laut Bürgermeisterin Silvia Nieber übrigens einen handfesten praktischen Vorteil: Die teilweise mehr als 100 Seiten starken Sitzungsvorlagen wie zum städtischen Haushalt oder für den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umweltfragen gehören der Vergangenheit an. Die Katalog-dicken Schinken passten mitunter nicht in den Briefschlitz.

Auf ihren neuen Dienstrechnern bekommen sämtliche Stader Ratspolitiker eine eigene E-Mail-Adresse.