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Plötzlich herrscht Einigkeit

Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hat ein Machtwort gesprochen. (Foto: oh)
Olaf Lies hält an einseitiger Öffnung der A26 in Jork fest / Altländer sind einverstanden

at. Altes Land. Die A26 wird nur einseitig zwischen Horneburg und Jork freigegeben. Das verkündete Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) am Montag. Er hatte Bürgerinitiativen, Politiker und Anwohner zu einem Gespräch in Neukloster gebeten. Drei Verkehrszählungen sollen bis Sommer 2015 für Klarheit sorgen, wohin der Verkehr im Alten Land fließt. Lies blieb mit dieser Entscheidung seiner Linie treu.
Viel Neues gibt es auch nach zwei Stunden Diskussion nicht zu berichten. Nur eines: Es herrscht plötzlich Einigkeit im Alten Land. Gegner und Befürworter der einseitigen Öffnung der A26 - das WOCHENBLATT taufte diese Lösung die "A26-Light" - sprechen von konstruktiven und sachlichen Gesprächen.
Joachim Streckwaldt, Sprecher der Bürgerinitiative in Mittelnkirchen, bringt es auf den Punkt: "Endlich haben wir alle an einem Tisch gesessen und über eine Lösung diskutiert."
Als Grund für seine Entscheidung nannte Lies eine mögliche Klagewelle von Anwohnern aus Jork und Dammhausen. Die hatten bereits angekündigt, gerichtlich gegen eine beidseitige Öffnung der Autobahn 26 vorzugehen. Und sie würden vermutlich Recht bekommen: Das Planfeststellungsverfahren sieht eine vorzeitige Öffnung der Anschlussstelle Jork nicht vor. Olaf Lies: "Wir wollen die A26 fertigstellen. Der Region hilft nur ein kompletter Ausbau der Autobahn 26." Klagen würden die Strecke sofort wieder stilllegen.
Eine groß angelegte Verkehrszählung (Monitoring) im Landkreis Stade und Hamburg - jetzt, nach der einseitigen Öffnung bis Jork und nach Öffnung der Ortsumgehung Jork (Mai 2015) - soll zeigen, wie sich der Verkehr entwickelt. Der Minister sprach dabei von "maximaler Transparenz". Die Ergebnisse der Zählung sollen allen Beteiligten im Sommer 2015 vorliegen. Olaf Lies will erst dann weitere Schritte in Erwägung ziehen. Er sprach von möglichen Tempolimits, Querungshilfen und eben der beidseitigen Öffnung der A26 zwischen Horneburg und Jork.
Dass dringender Handlungsbedarf besteht, sah der Verkehrsminister auch am Montagnachmittag, als er die Protestaktion der Jorker "Bürgerinitiative Obstmarschenweg" besuchte.
BI-Sprecher Lars Höbeler ist sehr zufrieden mit Lies' Entscheidung: "Wir haben eines unserer Teilziele erreicht", sagte Höbeler.
Joachim Streckwaldt sagte zum Ergebnis: "Olaf Lies hat sich gewundert, dass so viele Bürger aus ihren Häusern gekommen sind, um gegen die Planungen zu demonstrieren." Die Mitglieder der Bürgerinitiativen gäben weiterhin keine Ruhe: "Wir gehen jetzt nicht mehr in unsere Häuser zurück." Bürger aus Jork, Mittelnkirchen, Hollern-Twielenfleth und Grünendeich kündigten weitere Protestaktionen an.
Olaf Lies schoss am Ende der Veranstaltung gegen die Politiker in Hamburg. Die Öffnung der Ortsumgehung Finkenwerder sei von Hamburg ohne Rücksicht auf das Alte Land und die umliegenden Ortschaften geschehen, sagte er. In einem weitreichenden Verkehrskonzept müsse Hamburg unbedingt miteinbezogen werden. Gespräche dazu würden laut Lies schon laufen.
Die sind auch nötig: Während Altländer und der Verkehrsminister harmonisch diskutierten, überlegen offenbar Spediteure in Hamburg, ihre Lkw auch nachts durch das Alte Land fahren zu lassen. Das berichtete ein Zuschauer.

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