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Problemquartier mit Herausforderungen in Stade

Sackgassenlage behoben: Der neue Verkehrskreisel an der Steinkirchener Straße bindet das Altländer Viertel an das Archiv- und Bahnhofsumfeld an

Altländer Viertel: Zwischenbilanz im Ausschuss für demografischen Wandel und Integration

tp. Stade. Viel Zoff-Potenzial bietet nach wie vor das Multi-Kulti-Wohngebiet Altländer Viertel in Stade, um das auf der Suche nach einem neuen Oberschul-Standort kontroverse politische Diskussionen entbrannt sind. Wie mehrfach berichtet, äußerten CDU, SPD und Wählergemeinschaft im Rat, dass die Hochhaus-Siedlung kein geeigneter Ort für eine Schule sei, wo durch die Siedlung erneut ins soziale Abseits rückte. Wie sicher ist das Viertel? Welche Erfolge erzielte die Stadtverwaltung in den vergangenen fünf Jahren bei den Sanierungsmaßnahmen? Welche Herausforderungen gilt es noch zu meistern? Auf Antrag der CDU erstattete Bürgermeisterin Silvia Nieber am Dienstag im neuen Ausschuss für demografischen Wandel und Integration Bericht.

Die Bürgermeisterin präsentierte in ihrer Zwischenbilanz eine lange Liste von Erfolgsprojekten im Zuge des Städtebauprogramms "Soziale Stadt": etwa das Stadtteilhaus mit der Qualifizierungsküche für angehende Köche und Restaurantfachleute, der Bau seniorengerechter Wohnungen, die Erneuerung der Kitas, die Sanierung von Wohnblocks für rund zwei Millionen Euro aus öffentlichen Kassen, die Erneuerung der Gehwege und Erweiterung der Pkw-Stellflächen und die Schaffung von Bauland für Einfamilienhäuser im „Stockfeld“.

Zudem warf Nieber einen Blick auf geplante Maßnahmen zur Aufwertung des Quartiers. Vorgesehen sind u.a. moderne Mini-Gärten für Viertelbewohner ein neuer Treffpunkt in der leer stehenden Sparkassenfiliale mit Stadtteilplatz sowie ein medizinisches Zentrum mit Apotheke und Arztpraxis.

An der neuen Steinkirchener Straße, die das Viertel seit vergangenem Jahr an den Bahnhof anbindet, seien auf Höhe des Staatsarchivs Doppel- und Reihenhäuser geplant, am Bach Hollerner Moorwettern sollen Wanderpfade, sowie ein Steg für Angler und Modellboote entstehen. Alles in allem bleibe die Entwicklung des Quartiers mit seinem hohen Anteil an Menschen fremder Nationalität und einem steigenden Anteil junger Menschen "eine Daueraufgabe", so Bürgermeisterin Nieber.

Dr. Andreas Schäfer, Fachbereichsleiter, räumte ein, dass es im vergangenen Jahr massive Probleme im Jugendhaus gegeben habe, die zwischenzeitlich durch Platzverweise behoben worden seien. Neue Konflikte gebe es im Viertel zudem mit osteuropäischen Zuwanderern. Ab kommendem Monat soll der neue Quartiersmanager Viktor Henze Kontakt zu den osteuropäischen Familien aufnehmen. Schäfer: "Im Viertel leben viele Menschen auf engem Raum. Und es gibt Armut." Diesen Tatsachen müsse man sich stellen.

Kritisch äußerte sich die Grünen-Ratsfrau Barbara Zurek: "Die Maßnahmen scheinen nicht zu wirken. Es ist ein Problemviertel."