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Ralf Stegner in Stade: "Große Vermögen stärker besteuern"

SPD-Vize-Chef Ralf Stegner (Mitte) mit SPD-Bundestagskandidat Oliver Kellmer aus Stade (re.) und Landtagskandidat Alexander Paatsch aus Buxtehude

Impuls-Vortrag der SPD: "Zeit für mehr Gerechtigkeit"


tp. Stade.
Gerechte Bezahlung statt Niedriglohn, weg mit prekären Beschäftigungsverhältnissen, endlich Chancengleichheit in der Bildung, Lebensstandard-sichernde Rente, Absicherung bei Krankheit, Vermögenssteuer für Reiche: Typisch-sozialdemokratisch waren die Themen, die der stellvertretende Parteivorsitzende der SPD, Ralf Stegner, am Mittwoch in Stade aufs Tapet brachte. Auf Einladung des Stader SPD-Bundestagskandidaten Oliver Kellmer, stellte der für seinen direkten und offensiven Redestil bekannte Schleswig-Holsteiner vor 40 Gästen im Insel-Restaurant in dem Impuls-Vortrag „Auf ein Wort“ - Arbeit, Familie, Rente - Zeit für mehr Gerechtigkeit“ den Zukunftsplan des Kanzlerkandidaten Martin Schulz vor.

Mit einem beherzten „Feuer frei!“ animierte Sozialpolitiker Oliver Kellmer die Gäste zu Diskussionsbeiträgen. Auf die Frage von Klaus Manal, Vorsitzender der SPD im Landkreis Rotenburg, nach fairer Lohnpolitik, sagte Stegner: „Der Mindestlohn ist gar nicht unser Ziel, sondern ordentliche Tariflöhne.“ Beschäftigung sei „die Grundlage von Steuern und sozialer Versicherung“. An die Arbeiter und Angestellten appellierte Stegner: „Leute, geht in die Gewerkschaften!“ 

Ingo Lange, Sozialverbands-Chef im Kreis Stade, erkundigte sich nach sichtbaren Schritten zur Inklusion von Menschen mit Behinderung sowie Barrierefreiheit. „Wir sind erst zufrieden, wenn Gerechtigkeit herrscht“, sagte Stegner, mit der Einschränkung: Für große Schritte fehlten personelle Ressourcen - etwa an den Schulen. Noch immer sei die SPD „die Partei, die mit Abstand das meiste für Menschen mit Behinderung tut“. Top-Aktuell im Wahlkampf: „Viele Wahllokalle sind nicht barrierefrei“ - Stegner sieht darin ein Hemmnis für höhere Wahlbeteiligung.

Stegner trat zudem für die Bürgerversicherung für mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen ein. Sein klares Statement: „Keine Zwei-Klassen-Medizin.“

Anna Vaccaro-Jäger, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Stade, wollte wissen, wie sich die SPD eine gerechtere Steuerumverteilung vorstelle. „Wir wollen nicht an 'Oma ihr klein Häuschen'“, so Stegner. Große Vermögen aber müssten stärker besteuert werden, „ohne Neid auf Wohlhabende“. Der SPD-Spitzenmann stellte auch klar: „Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ist Schwerstkriminalität. Für die Position müssen wir eine Mehrheit gewinnen.“

Im Anschluss besichtigte Stegner die AWO im Landkreis Stade und erhielt Einblick in verschiedene Abteilungen von der Migrationsberatung und Flüchtlingssozialarbeit über die Beratungsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt bis zur Sozialpädagogischen Familienhilfe..