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"Rechtfertigung für A20 bricht weg"

Die Kritiker sind gegen den Bau einer Küstenautobahn. Sie setzten stattdessen auf den Ausbau bestehender Straßen

Aktuelle Verkehrsprognosen halbieren Zuwächse

tp/nw. Drochtersen. "Die Rechtfertigung für die A20 bricht weg": Dieser Meinung sind die Anti-Autobahn-Aktivisten vom "Koordinationskreis der Initiativen und Umweltverbände gegen die A20 (früher A22)". Die Gegner berufen sich dabei auf neue Prognosewerte des Bundesverkehrsministeriums zur Verkehrslast der geplanten Küstenautobahn, die durch den Landkreis Stade führen und die Elbe mit einem Tunnel bei Drochtersen queren soll.
In der alten Verkehrsprognose von 2007 sei das Bundesverkehrsministerium noch von einer Steigerung der Verkehrsleistung im Straßengüterverkehr von 84 Prozent im Zeitraum von 2004 bis 2025 ausgegangen, so der Koordinationskreis. Nun habe Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt Zuwächse der Verkehrsleistung von nur noch 38 Prozent im Güterverkehr und 13 Prozent im Personenverkehr von 2010 bis 2030 angekündigt. Das entspreche einer Halbierung der Prognosewerte.
Selbst die aktuell vorgelegten Voraussagen lägen noch deutlich über der realen Verkehrsentwicklung. In Wirklichkeit stagniere der Verkehr im Planungsraum der A20 weitgehend und nehme nur auf wenigen Strecken geringfügig zu und auf anderen sogar ab, so die A20-Gegner.
Die deutlich geringeren Zuwachsraten können laut Koordinationskreis durch den Ausbau bestehender Straßen bewältigt werden sowie durch die Verlagerung des Güterverkehrs auf die vorhandenen Bahnstrecken und Wasserwege, die vor der Küste verlaufen und der Hafenwirtschaft Wertschöpfung bringen.