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Schölischer Straße in Stade: Baustellenverkehr "bis die Wände wackeln"

Günther Kensik mahnt Kraftfahrer mit einem Schild zum Langsamfahren vor seinem Haus Fotos: tp

FDP, UBLS und Piraten kritisieren Baulärm und unübersichtliche Ampelregelung

tp. Stade. Die Proteste sind abgeebbt, die heftigen Diskussionen um die Straßenausbaubeiträge mit der Reduzierung der Anwohnerbeiträge zum Ausbau der Schölischer Straße auf das gesetzliche Mindestmaß vorerst beendet - doch nun gibt es Probleme auf der Großbaustelle, auf die die Gruppe aus FDP, UBLS und Piraten im Stader Rat hinweisen. Auf Betreiben der Gruppe befasst sich der Ausschuss für Feuerwehr Sicherheit und Verkehr mit der unübersichtlichen Ampelregelung und der Belastung der Anwohner durch Schwerlastverkehr.

„Insbesondere Baufahrzeuge fahren durch die Baustelle mit Geschwindigkeiten, die die Wände zum Wackeln bringen“, schreibt der stellvertretende Fraktions-Chef Wolf Vincent Lübcke in einer Anfrage an die Stadt.

Einer der Anwohner, der unter dem Baustellenverkehr leidet, ist Eigenheimbesitzer Günther Kensik (65). Nach eigenen Angaben spürt der schwerbehinderte Rollstuhlfahrer, wenn er im Bett liegt, die Erschütterungen durch vorbeifahrende Baufahrzeuge. „Noch schlimmer wird es, wenn die Bagger anrücken“, sagt Kensik mit Blick auf die nahende Wanderbaustelle.

Über seinem Carport hat er ein Warnschild mit der Aufschrift „Langsam! Dieses Haus hat schon Risse“ angebracht. Der Rentner befürchtet, dass sich die aus früherer Zeit stammenden Setzrisse an seinem 40 Jahre alten Haus durch die Erschütterungen verschlimmern.

Dass die Stadt einen Gutachter mit der Beweissicherung an den Gebäuden entlang der Baustelle beauftragte, beruhigt Kensik nur bedingt. Er schließt Gebäudeschäden, die über die Höhe möglicher Entschädigungen hinausgehen, zumindest nicht aus. Überdies seien Ersparnisse durch den Anwohnerbeitrag von mehreren Tausend Euro weitgehend aufgebraucht.

Die FDP, UBLS und Piraten beklagen des weiteren schlechte Sichtverhältnisse an der Schölischer Straße, wo zwei weit auseinander stehende mobile Baustellenampeln den einspurigen Verkehrsstrom regeln. Inzwischen sei die Baustelle so lang, dass es im Mittelteil der Baustelle unmöglich sei, zu sehen, in welche Richtung gefahren werden dürfe. Die Gruppe fordert entsprechende Sicherheitsmaßnahmen.

Zudem sei am Freitagabend, 4. August, die Ampel für rund einen Tag ausgefallen. Bei der zuständigen Firma sei niemand erreichbar gewesen, so Lübcke „Ein Ampelausfall über 24 Stunden ist meiner Auffassung nach nicht akzeptabel, wenn nur eine Fahrtrichtung zur Verfügung steht.“

• Weitere Themen der Sitzung, die am Mittwoch, 16. August, um 18 Uhr im Rathaus beginnt, sind die Bus-Anbindung von Riensförde und Hagen an den öffentlichen Stadtverkehr sowie und Mitteilungen des Stadtbrandmeisters.