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"Schwachstelle Bauverwaltung"

Stades Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs präsentierte die Umfrageergebnisse

Umfrage Wirtschaftsförderung: Mittelstand will Flächen, Personal und rasche Antragsbearbeitung


tp. Stade. Handfeste Ergebnisse hat die Unternehmensbefragung durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Stade geliefert: Die Firmenbetreiber verlangen eine schnellere Bearbeitung von Bauanträgen, melden Bedarf an Flächen und Fachkräften. Das verkündete Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs auf der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses.

Wie berichtet, schickte die Wirtschaftsförderung im Juli Fragebögen an insgesamt 490 Stader Unternehmen mit drei bis 499 Mitarbeitern. 190 Vertreter aller Branchen hätten "belastbare Antworten" auf Fragen zu Standortbedingungen, Entwicklungsplanungen und Co. gegeben, sagte Friedrichs, der sich über die hohe Rücklaufqoute von 39 Prozent freute.

Spannende Anregungen lieferten besonders die Freitext-Bemerkungen einzelner Befragter, wie: "Senken Sie die Parkgebühren in der Stadt", "Parkplätze fehlen", "Die Stadt bearbeitet Bauanträge zu lange." Klaus Quiatkowsky (SPD) dazu: "Ich hatte eine Schwachstelle in der Bauverwaltung längst vermutet. Hier müssen wir schnell etwas verbessern." Laut Thomas Friedrichs bezieht sich die Kritik insbesondere auf die Aufstellung von Bebauungsplänen und die Bearbeitungszeit von Bauanträgen. Künftig werde die Verwaltung deshalb häufiger als bisher eine "Antragskonferenz" aus Bauaufsicht, Architekt, Planer, Untrnehmer und Wirtschaftsförderung einberufen.

Ferner bemängelten Befragte die schwache überregionale Verkehrsanbindung mit Blick auf die nicht fertige Autobahn sowie zu wenig Fachkräfte-Nachwuchs.
Die Erhebung lieferte auch viele positive Ergebnisse: Zwei Drittel der Stader Unternehmen sehen in Stade Wachstumsperspektiven. Fast 89 Prozent der Unternehmen sind "zufrieden" oder "sehr zufrieden" mit dem Standort. Knapp 32 Prozent wollen mehr Mitarbeiter einstellen. 57 Firmen haben konkrete Expansionsabsichten.

Friedrichs beziffert den Flächenbedarf für die Expansionen auf rund 300.000 Quadratmeter. Auch neue Immobilien werden benötigt: 17 Firmen brauchen Bürogebäude, zwölf Betriebe suchen Produktionshallen, jeweils 13 haben Bedarf an Lagerhallen und Freiflächen. Infolgedessen müsse die Wirtschaftsförderung laut Friedrichs das Flächen- und Gebäudemanagement intensivieren.

Einzelne Unternehmen haben angeregt, dass die Wirtschaftsförderung ihr Angebot um Hilfestellung in kritischen Betriebssituationen, eine regionale Datenbank oder Beratung zur Unternehmens-Nachfolge erweitern sollte.

• Die Umfrage soll in fünf Jahren wiederholt werden.