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Sozialwohnungen für Stade

Die Wohnungen in der Heidesiedlung sind schon fast fertig
bc. Stade. Die Politik hat im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt ein neues Konzept zur Schaffung von preiswertem Wohnraum in der Hansestadt auf den Weg gebracht. Mit einer Gegenstimme von Frank Scherer (Wählergemeinschaft) verabschiedete der Ausschuss das Förderkonzept „Mietkostenzuschüsse“ - zunächst aber nur für das Pilotprojekt in der neuen Heidesiedlung. Das letzte Wort hat der Stadtrat am Montag, 19. Juni. Dann könnten die Verträge vor der Sommerpause noch unterschrieben werden.
Das ist geplant: Die Stadt mietet Wohnungen in Neubauten für eine begrenzte maximale Kaltmiete an. In der Heidesiedlung in Riensförde kooperiert die Verwaltung dafür mit der Baufirma „Viebrock“. Dort entstehen derzeit 62 preiswerte Wohnungen. Hier soll für die nächsten zehn Jahre der Mietzins auf 8,50 Euro pro Quadratmeter festgeschrieben werden, anschließend wäre eine Anpassung an den Verbraucherpreisindex möglich.
Das ist das Prinzip: Zwei Drittel dieser Wohnungen sollen z.B. an Hartz IV- bzw. Wohngeld-Empfänger sowie sogenannte „Aufstocker“ vergeben werden. Die Stadt übernimmt dann die Differenz zwischen dem Betrag, den das Jobcenter für die Wohnung übernimmt, und den tatsächlichen Mietkosten.
Zur Erklärung: Der Staat übernimmt die sogenannten Kosten der Unterkunft (KdU) nur bis zu einer gewissen Mietobergrenze. Unterm Strich ist die Hoffnung der Stadt, dass dieses Modell volkswirtschaftlich günstiger wird, da die Nebenkosten, z.B. die staatlichen Heizkostenzuschüsse, in den energetisch hochwertigen Neubauten geringer ausfallen als in alten Mietwohnungen.
Das restliche Drittel der Wohnungen soll in die freie Vermarktung gehen. Für alle Wohnungen bleibt das alleinige Belegrecht bei der Stadt. Für die Umsetzung müssen jährlich bis zu 50.000 Euro in den städtischen Haushalt eingeplant. werden. Insgesamt laufen die Mietverträge über 20 Jahre. Die Stadt kooperiert außerdem mit der Wohnstätte, die die Vermietung und Verwaltung der Wohnungen übernehmen soll.
Mit Ausnahme von Frank Scherer, der anmerkte, dass die Vollvermietung für die Firma „Viebrock“ für die nächsten 20 Jahre ein gutes Geschäft sei, für die Stadt aber ein hohes Risiko darstelle, da sie auch bei Leerständen in den 62 Wohnungen weiter bezahlen müsse, waren die übrigen Politiker von dem Konzept überzeugt. Kristina Kilian-Klinge (CDU): „In Stade gibt es kein Angebot im preisgünstigen Segment.“ Daniela Oswald (SPD): „Ich kenne in Stade kein Neubau-Objekt in den vergangenen zwei Jahren, das für diesen Preis angemietet werden konnte.“ Karin Aval (Grüne) sagte dazu: Dieses Projekt ist geeignet, um einer Ghetto-Bildung vorzubeugen.“