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Stade: Politik-Urgesteine machen Schluss

Ist noch stellvertretender Bürgermeister in Stade: Klaus Quiatkowsky (li.). War fünf Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister der Hansestadt Stade: Hans-Hermann Ott
bc. Stade. Wer so ungefähr 45 Jahre alt ist und die Kommunalpolitik in der Hansestadt Stade seit seiner Pubertät verfolgt, kann sich schwer vorstellen, dass im Herbst Schluss sein soll für zwei politische Urgesteine. Lokalpolitik ohne Klaus Quiatkowsky (74) und Hans-Hermann Ott (75) - unvorstellbar.

Der Sozialdemokrat Quiatkowsky (74), seit 1986 ununterbrochen im Stadtrat, sowie der Christdemokrat Ott (75), seit 1976 im Ortsrat Bützfleth und seit 1991 im Stadtrat, kandidieren bei der Kommunalwahl am 11. September nicht mehr für ein politisches Mandat. Weder für den Orts- oder Stadtrat noch für den Kreistag. So sieht ihr Plan aus.

Das WOCHENBLATT wollte von den „alten Hasen“ wissen, was die drei wichtigsten Hebel sind, an denen ihre Nachfolger ansetzen müssen, um Stade in eine verheißungsvolle Zukunft zu führen.


Das sagt Klaus Quiatkowsky (SPD):


„1. Stade muss seine Zentralität stärken. Eine wichtige Kennzahl ist dabei, dass die Zahl der Einpendler die der Auspendler bei Weitem übersteigt. Die Stadt muss den Fokus auf die Kaufkraft in der Innenstadt richten, aber auch auf die kulturelle Entwicklung. Das Stadeum als weit und breit einzigartige Einrichtung muss erhalten und wenn möglich noch ausgebaut werden.
2. Die Hansestadt muss ihre Finanzsituation verbessern. Das geht nur, wenn man die Voraussetzungen für die Entwicklung von Industrieflächen schafft. Die Verlegung des Industriegleises neben die noch zu bauende Autobahn wäre so eine Voraussetzung. Gleis, A26 und der Seehafen in Bützfleth sind ideale Standortfaktoren. Die Stadt muss alles dafür tun, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen.
3. Die Stadt braucht eine bauliche Weiterentwicklung, vor allem im sozialen Wohnungsbau. Das heißt: angemessene Mietpreise. Der Geschosswohnungsbau darf sich aber nicht an einer Stelle konzentrieren. Die Durchmischung ist wichtig.“


Das sagt Hans-Hermann Ott (CDU):


„1. Eine vorausschauende Planung ist das A&O. Manchmal verliert sich die Lokalpolitik zu sehr im Tagesgeschäft. Was die Hansestadt Stade braucht, ist ein langfristiges Verkehrskonzept. So hätte man vielleicht vermeiden können, dass die beiden notwendigen Straßensanierungen in der Ortsdurchfahrt Bützfleth und an der Schölischer Straße zusammenfallen.
2. Stade braucht dringend Flächen für neue Gewerbeansiedlungen oder Erweiterungen. Sofern die A26 bis zum Drochterser Kreuz weitergebaut ist, könnte die Stadt im Norden entlang der Autobahn Flächen überplanen. Die wirtschaftliche Lage in Stade ist sehr von zwei großen Konzernen abhängig. Von der Dow und von Airbus mit all den dazugehörigen Zulieferbetrieben. Eine Situation, die nicht ungefährlich ist und die es zu bedenken gilt.
3. Das Gebot der Stunde ist der Wohnungsbau. Die Stadt muss dafür sorgen, im Zweifel auch mit eigenem Geld oder in Zusammenarbeit mit der Wohnstätte, neue Wohnanlagen zu schaffen. Sozialer Wohnungsbau gehört dazu, auch in guten Lagen.“