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Stader Bürgermeisterin: "Das ist kein Größenwahn"

"Will die Stadt voranbringen": Bürgermeisterin Silvia Nieber (Foto: tp)

Silvia Nieber verteidigt Vision vom Oberzentrum

tp. Stade. Mit Blick auf das von den Grünen im Stadtrat als hochtrabend bewertete Ziel, Stade zum Oberzentrum zu entwickeln, sagt Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber: "Das ist kein Größenwahn." Wie berichtet, setzt sich die Verwaltungsspitze, zu der neben der Bürgermeisterin Stadtbaurat Lars Kolk und der Erste Stadtrat Dirk Kraska gehören, in einer Stellungnahme zum Entwurf des Landesraumordnungsprogramms dafür ein, dass das Land Niedersachsen Stade langfristig als Oberzentrum mit bedeutenden Versorgungsfunktionen für das Umland anerkennt.

"Die Stadt soll vorankommen, dies ist meine Aufgabe als Bürgermeisterin", sagte Nieber in einem Pressegespräch. Sie bewertet den derzeitigen Status des Industrie-, Hochschul- und Klinikstandortes Stade als Mittelzentrum als unangemessen. Formal steht Stade mit den Landstädten Hemmoor oder Bremervörde auf einer Stufe. Doch die Schwinge-Stadt besitze Oberzentren-Qualitäten, allerdings stimme die Einwohnerzahl von rund 48.000 nicht. Durch Füllen von Baulücken in der Ortsmitte und Ausweisung neuer Baugebieten wie Riensförde fördert die Stadt aktuell die Anstieg der Einwohnerzahl auf 50.000 - einer "magischen Grenze" für die Ansiedlung größerer Unternehmen, die auf Fachkräfte aus dem nahen Umfeld angewiesen sind.

Bis Stade in der Raumplanung mit anerkannten Oberzentren wie Lüneburg, Hannover oder Braunschweig in einer Liga spiele, könnten nach Einschätzung der Verwaltungsspitze zehn bis 20 Jahre vergehen. Als richtigen Zwischenschritt in der mehrere Wahlperioden überspannenden Entwicklung betrachtet Stadtbaurat Kolk die Anerkennung "Mittelzentrum mit oberzentraler Teilfunktionen" wie Lingen oder Nordhorn.

Stade erfülle die nötigen Voraussetzungen wie einen Einzelhandel mit breitem Warenangebot, das weit über den täglichen Bedarf hinausgehe, zahlreichen Arbeitsplätzen und einem positiven Pendler-Saldo. Aus einem Oberzentren-Status ergäben sich für die Stadt Stade wirtschaftliche Vorteile wie die Chance auf Ausweisung zusätzliche Verkaufsflächen und den Zugriff auf besondere Fördertöpfe.

In eine höhere Besoldungsstufe würden die leitenden kommunalen Mitarbeiter so schnell allerdings nicht aufrücken, merkte Erster Stadtrat Kraska mit einem Schmunzeln an, hierfür liege die Schwelle bei 60.000 Einwohnern.