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Stader Rat fast wie ein "Seniorenbeirat"

Vielleicht ein bisschen übertrieben, aber symbolisch lässt sich aufgrund der Altersstruktur sagen: Die Politik in Stade geht am Stock!
bc. Stade. Sie haben sich bemüht, aber wirklich gelungen ist es den Stader Ratsfraktionen nicht, das Durchschnittsalter nach den Kommunalwahlen nach unten zu schrauben. Bei rund 58 Jahren lag es am Ende der vergangenen Legislaturperiode, nach der konstituierenden Sitzung am 7. November sind die 41 Mitglieder des Stadtrates inklusive Bürgermeisterin Silvia Nieber (56) im Schnitt 56,3 Jahre alt. Werden keine Ratsmitglieder ausgetauscht, sind sie am Ende der nächsten Wahlperiode im Schnitt über 61 Jahre alt, was dann wohl eher einem „Seniorenbeirat“ gleicht.
Erfreulich: Nachdem zuletzt Verwaltungsrichter Oliver Kellmer (40, SPD) das „Nesthäkchen“ im Rat war, mischt mit dem 25-jährigen Piraten Wolf Vincent Lübcke bald ein Mann der U30-Generation mit. Ohnehin zieht die neugegründete Gruppe aus Piraten, FDP und Unabhängige Bürgerliste Stade (UBLS) den Schnitt nach unten. Siehe Johann Hinrich Heinsohn (FDP) mit seinen 31 Jahren und Hendrik Deede mit 34 Jahren. Insgesamt hat die fünfköpfige Gruppe ein Durchschnittsalter von 44,6 Jahren.
Auch bei der CDU war die Verjüngungskur erfolgreich. Das Durchschnittsalter wurde von 60 auf 55,7 Jahre gesenkt. Einige Altgediente wie Hans-Hermann Ott (75) haben sich verabschiedet, dafür kam mit Daniel Friedl (39) und Melanie Rost (36) frisches Blut dazu. Der Senior ist Friedrich Thalemann (72).
Die Wählergemeinschaft hat ihren Schnitt von 59 auf 60 Jahre erhöht, während die SPD mit 59,9 Jahren zu 60,2 Jahren fast identisch geblieben ist. Zwar ist das Urgestein Klaus Quiatkowsky (75) nach 30 Jahren aktiver Lokalpolitik nicht mehr dabei, dafür sind mit Hermann Müller (64) und Bernhard Augustin (63) zwei Politiker mit Erfahrung hinzugestoßen. Oliver Kellmer ist mit seinen 40 Jahren aber noch immer das Nesthäkchen in der Fraktion. „Oldie“ ist Monika Ziebarth mit 70 Jahren. Bei den Grünen (56 Jahre) und den Linken (61) sieht es ähnlich aus. Eine wesentliche Verjüngung ist nicht feststellbar.

Kommentar


Lokalpolitik: Aufgabe für Generation Ü50

Nach wie vor ist es augenscheinlich schwierig, junge Leute für die aktive Ratsarbeit begeistern, bzw. gewinnen zu können. Ehrenamtliche Kommunalpolitik ist nun mal zeitintensiv, wenn man sie ernsthaft betreiben will. Gerade wenn die junge Generation noch nicht im Job etabliert ist, kann es nahezu unmöglich sein, Kommunalpolitik und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Ganz offenbar eine Tatsache, mit der sich die Gesellschaft auseinandersetzen muss. Sonst bleibt Lokalpolitik in der Hauptsache eine Aufgabe für die Generation Ü50.
Björn Carstens