Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Stader Stadtrat: Kita als Zankapfel

CDU, Grüne und FDP/WG stimmten für einen Kita-Bau an der Pestalozzi-Grundschule
bc. Stade. Nach einer emotionalen Debatte hat sich der Stader Stadtrat am Montagabend mehrheitlich (24:15 Stimmen) dazu durchgerungen, den dringend benötigten Ersatz für die marode Johannis-Kindertagesstätte als Anbau an der Pestalozzi-Grundschule am Sandersweg zu realisieren - und nicht wie von der Verwaltung geplant auf dem freien Grundstück an der Teichstraße/Karl-Kühlcke-Straße.

Damit dürfte auch klar sein, dass der Fertigstellungstermin der Kita im August 2016 nicht zu schaffen ist. Denn eine Bauleitplanung für die Pestalozzi-Lösung besteht im Gegensatz zur Alternative an der Teichstraße nicht. Die Stadt kann auch keine Aussagen über die Höhe der Kosten machen. Trotzdem ist sich Stades Verwaltungsspitze sicher: Ein Kita-Anbau an der Grundschule wird teurer.

Einig waren sich die Ratspolitiker nur darin, dass die Stadt die Kita in Eigenregie bauen soll und nicht mehr als PPP-Modell mit der Wohnstätte (das WOCHENBLATT berichtete). Wo die neue Einrichtung für 100 Kinder entstehen soll, darüber herrschte großer Dissenz zwischen CDU, Grünen und FDP/WG auf der einen Seite und SPD auf der anderen. Während die Sozialdemokraten für einen Bau an der Teichstraße plädierten (weniger Kosten, keine Verzögerung, kein Eingriff in den Schulhof, etc.) setzte das „Pestalozzi-Mehrheits-Lager“ auf Argumente wie bessere Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kita und Schule und eine geeignetere Verkehrssituation. Darüber hinaus hagelte es harsche Kritik in Richtung Verwaltung, die Stadt hätte sich zu früh auf einen Kita-Bau an der Teichstraße festgelegt und keine Alternativen geplant. „Die Stadt hat nur genau einen Plan. Wir erhalten Sitzungsvorlagen, die nicht beschlussfähig sind“, kritisierte CDU-Mann Karsten Behr.

Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) schien angesichts der Angriffe von CDU und auch Grünen („Die Verwaltung hat unsauber gearbeitet“) zwischenzeitlich die Contenance zu verlieren. Für wenige Sekunden verließ sie sogar den Raum. So eine Diskussionskultur habe sie in Stade noch nicht erlebt. Der 1. Stadtrat Dirk Kraska räumte Fehler bei der Kommunikation ein. Er hätte den Ratsleuten früher deutlich machen sollen, dass die Stadt im Vorfeld sehr wohl mehrere Standorte geprüft habe.

• Geschlossen einer Meinung war der Stadtrat dagegen bei der Teilverlegung des Industriegleises, für deren Finanzierung (ca. 15 Mio. Euro) die Politik grünes Licht gab. Das für die Industrie in Bützfleth wichtige Gleis soll künftig statt durch Innenstadt an Stade vorbeiführen. Der Ratsbeschluss war nötig, damit die Planung ins Planfeststellungsverfahren für den fünften Bauabschnitt der A26 von Stade nach Drochtersen aufgenommen werden kann. Nieber: „Eine historische Chance für die Stadt.“ Mehr am Samstag im WOCHENBLATT.