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Stadt kauft Millionen-Parkhaus

Das leerstehende Parkhaus an der Stockhausstraße soll einem städtischen Garagen-Neubau weichen

Umstrittener Immobilien-Erwerb zur Attraktivitätssteigerung der Stader City

tp. Stade. Die Attraktivitätssteigerung der City in der Kreis- und Touristenstadt Stade steht oben auf der Agenda von Verwaltungsspitze und der Mehrheit der Ratspolitiker. Auf der jüngsten Ratssitzung beschloss das Gremium, dass die Stadt die Verhandlungen um den mit der Innenstadtentwicklung eng verbundenen Kauf eines neuen, 9.1 Millionen Euro teuren Parkhauses auf dem verwaisten Ex-"Hertie"-Grundstück am Pferdemarkt fortsetzt und in Kürze die notarielle Feinabstimmung des Vertrages aufnimmt.
Wie berichtet, wird die Stadt aller Voraussicht nach das neue Großparkhaus von dem Investor, der Hamburger Immobilienfirma "Matrix", erwerben. Die neue, mehrstöckige Garage mit 550 Stellplätzen soll das betagte und seit langem ungenutzte "Hertie"-Parkhaus an der Stockhausstraße ersetzen. Das Parkhaus wird in einem Zug mit dem neuen Innenstadt-Kaufhaus entwickelt, das "Matrix" auf dem Gelände in 1A-Innenstadtlage bauen will.
Neben der Investition von 9,1 Millionen Euro für den Parkhaus-Kauf rechnet die Stadt mit einer weiteren Belastung durch den jährlichen Zuschussbedarf von ca. 60.000 Euro für den laufenden Betrieb. Die Stadt begründet die hohen Ausgaben als wichtige Infrastrukturmaßnahme für die Innenstadt, die viele Besucher mit dem Auto besuchen. Immer wieder würden Bürger von außerhalb über Parkplatzmangel klagen, sagt Bürgermeisterin Silvia Nieber. Ferner sieht die Stadt einen Vorteil darin, die Parkhaus zusammen mit den weiteren kommunalen Garagen betreiben und einheitliche Gebühren bestimmen zu können.
Während die Mehrheit von SPD und CDU dem bereits im Finanzausschuss diskutierten Vorhaben zustimmten, votierten die Grünen und die Gruppe FDP/Wählergemeinschaft (WG) dagegen. Die Kritiker betrachten es nicht als originäre Aufgabe der Stadt, Parkhäuser zu kaufen und zu bewirtschaften und würden das Projekt lieber in privatwirtschaftlicher Hand sehen.
Die Verwaltung und "Matrix" hatten zunächst darüber verhandelt, dass der Investor das Parkhaus errichtet und die Stadt das Gebäude pachtet und betreibt. Unter anderem wegen hoher Pachtkosten und zu erwartender Pachtpreis-Erhöhungen nahm die Verwaltung von diesem Modell Abschied.
• Die Parkhaus-Investition setzt sich unter anderem aus dem Alt-Immoblien- und Grundstückskauf, den Neubau- und Abriss- und Planungskosten, wie Notargebühr und Grundsteuer zusammen.
• Unterdessen steht fest, dass die Rewe-Lebensmittelkette mit einem Frischemarkt in das Untergeschoss des Kaufhaus-Neubaus einziehen wird. Ein entsprechender Mietvertrag wurde kürzlich abgeschlossen.