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Stadt Stade will neue Wege im Wohnungsbau gehen

Stadtbaurat Lars Kolk und Claudia Heitmann Claudia Heitmann aus der Abteilung Planung, Umwelt und Grundstücke mit dem städtebaulichen Rahmenplan "Altländer Viertel"
 
Die Sparkasse wird zum Gemeinschaftstreffpunkt

Idee: Stadt bezuschusst Privatinvestoren / Keine weitere Mieter-Konzentration im Altländer Viertel

tp. Stade. Seit Jahren herrscht in Stade Knappheit an preiswertem Wohnraum, Mieter mit geringem Einkommen finden häufig nur erschwingliche vier Wände im Multi-Kulti-Stadtteil Altländer Viertel, der angesichts der jüngsten gewaltsamen Ausschreitungen zwischen rivalisierenden ethnischen Gruppen seinen schlechten Ruf als frühere Brennpunktsiedlung zurück erhält. Zur Entspannung der prekären Lage will die Stadtverwaltung nun neue Wege im preiswerten Mietwohnungsbau mit zwei bis vier Geschossen beschreiten. Die Idee: Die Stadt Stade könnte mit der Vergabe von Fördergeldern an Privat-Investoren den Wohnungsbau ankurbeln.

Dies sei eigentlich Pflichtaufgabe des Landes, so Stadtbaurat Lars Kolk. Doch derzeit würden Investoren Landes-Fördermitteil für sozialen Wohnungsbau weitgehend unangetastet lassen. Als einen Grund nennt Kolk die allgemein günstige Zinslage auf dem Kreditmarkt - billiges Geld, das Bauherren lieber für höherwertige Wohnungen ausgeben, mit denen sich lukrativere Miteinnahmen erzielen lassen.

Während andere Städte eine Wohnungsbaugesellschaft gründen, schlägt der Stadtbaurat mit seinen Kollegen für Stade ein anderes Konzept vor: Vorbehaltlich der Zustimmung des neu gewählten Stadtrates, der im November seine konstituierende Sitzung hält, könnte die Stadt in Zusammenarbeit mit Privatfirmen Wohnraum für untere Einkommensgruppen schaffen. Stade würde die Immobilienprojekte von Partnerunternehmen - z.B. der Wohnstätte - finanziell fördern. Vertraglich sollen sich die Kooperationspartner verpflichten, einen bestimmten Anteil der Wohnungen an Mieter mit niedrigem Einkommen zu vergeben. Der Partner baut beispielsweise 20 Wohnungen, von denen er zehn frei vermietet und die übrigen je zur Hälfte mit Wohngeld- und Hartz-IV-Empfängern belegt. Lars Kolk hält dabei eine Flexibilisierung des Belegrechtes für notwendig, damit der Investor unter Umständen die Mietergruppen auf ältere Bestandswohnungen verteilen kann.

Per Vertrag will sich die Stadt bei der Belegung Mitspracherecht sichern, um eine ausgewogene soziale Durchmischung zu gewährleisten. Denn in den Stader Wohngebieten setzen die Stadtplaner auf ein möglichst homogene Mischung der Einkommensgruppen.

Als Beispiel nennt Kolk die Ausweisung von Einfamilienhausgrundstücken im Baugebiet Stockfeld in Nachbarschaft der Wohnblöcke im Altländer Viertel. Um eine weitere Konzentration von Mitbürgern aus der Gruppe der Transferleistungs-Empfängern im Viertel zu vermeiden, werden die noch vor einigen Jahren diskutierten Neubaupläne für drei große Mietshäuser an der Mittelnkirchener Straße vorerst nicht weiter verfolgt.

Potenziellen Baugrund für den Mietwohnungsbau im unteren Preissegment sieht Lars Kolk u.a. in Hahle, auf einer Erweiterungsfläche in der neuen Heidesiedlung, am Hollerner Moorwettern oder in Baulücken in der Innenstadt außerhalb der Altstadt.
Derzeit ermittelt die Stadtverwaltung den Bedarf an Mietwohnungen im unteren Preissegment sowie an den ebenfalls knappen kleinen Wohnungen für Ein- bis Zwei-Personenhaushalte. Der Bedarfsplan in Schrift und Landkarte soll der Politik zur Beratung im kommenden halben Jahr vorgestellt werden.

Stadtteilpark und Mini-Gärten

(tp). Zur Aufwertung des Sanierungsgebietes Altländer Viertel hat die Stadt Stade zwei Projekte gestartet: Für insgesamt 80.000 Euro werden im Rahmen der Aktion "Gärtnerin im Quartier" 20 Mini-Gärten à 50 Quadratmeter Größe angelegt. Die Parzellen an der Cranzer Straße mit einheitlichen Gartenhäuschen werden vom Verein "Mitsprache" verwaltet. Die Bauarbeiten beginnen im Dezember.
Die Stadt kauft von der Sparkasse Stade-Altes Land die alte Filiale an der Grünendeicher Straße und richtet darin einen Gemeinschaftsraum für Vereine und Veranstaltungen ein. Das Gelände wird zu einem Stadtteilpark umgestaltet, um die Aufenthaltsqualität im Viertel zu verbessern.

Noch keine Lösung gibt es bei der Supermarkt-Ansiedlung. Seit der Schließung des Lidl-Discountmarktes klafft eine Lücke bei der Lebensmittelversorgung im Viertel.