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Streik und Demo für mehr Lohn

Rolf Wiechert (li.), Ralf Melches (2. v. li.) und ihre Kollegen vom Abfallwirtschaftszentrum Stade demonstrierten auf dem Pferdemarkt

Verdi-Kundgebung auf dem Pferdemarkt in Stade: "Wir sind bescheiden und kämpfen für 100 Euro"

tp. Stade. "Gute Arbeit fair bezahlen!" und "Seriöse Beratung erfordert seriöse Bezahlung. Ich bin es wert", stand auf den Transparenten, dazu schrillten die Trillerpfeifen. Mit einem ganztägigen Warnstreik und einer Demonstration der Gewerkschaft Verdi am Dienstag, 18. März, machten rund 700 Teilnehmer aus dem Landkreis Stade auf die bevorstehende Tarifverhandlung am Donnerstag aufmerksam.

Verdi fordert einen Grundbetrag von 100 Euro, 3,5 Prozent mehr Lohn und verbindliche Regelungen zur unbefristeten Übernahme von Azubis. An einer Kundgebung mittags auf dem zentralen Pferdemarkt in Stade nahmen unter anderem Mitarbeiter von Kindertagesstätten, Rathäusern, Sparkassen und der Kreis-Abfallwirtschaft teil.

"Die Politiker erhöhen sich die Diäten, und der kleine Mann guckt in die Röhre": Demonstrant Bernhard Spreckels (58), Stadtreiniger bei den Kommunalen Betrieben Stade (KBS), brachte auf den Punkt, was viele seiner Kollegen denken. Dazu passte der Spruch auf den Schildern, die die Mitarbeiter des Bauhofes aus Bremervörde zur Demo mitgebracht hatten: "Wir sind bescheiden und kämpfen für 100 Euro."

Auch Rolf Wiechert (57) und Ralf Melches (38) vom Abfallwirtschaftszentrum Stade ließen am Dienstag die Arbeit ruhen und zogen Fahne schwenkend durch die Straßen. "Tanken, Heizöl, Strom und Miete - alles ist teurer geworden. Deshalb müssen die Arbeitgeber die Löhne anpassen, sonst reicht das Geld nicht", sagt Rolf Wiechert. Ralf Melches, allein erziehender Vater, braucht eine Gehaltserhöhung, um erhöhte Kosten für die Hortbetreuung seiner Tochter (8) abzufangen. Auch die Nebenkosten für seine Mietwohnung seien extrem gestiegen.

Eine Gruppe von Erzieherinnen kämpfte für eine größere finanzielle Wertschätzung ihres Berufes, der eine lange Ausbildung fordere, aber nur wenige Aufstiegschancen biete. Mitarbeiterinnen aus fünf der zehn städtischen Kindertagesstätten beteiligten sich am Streik. Die Einrichtungen hielten den Betrieb mit einem Notdienst aufrecht.

Bei der Kundgebung sagte Verdi-Tarifkoordinator Gunnar Wegener: Die Mitarbeiter der Kommunalwaltung würden gute Arbeit verrichten. Und dafür müssten sie angemessen entlohnt werden.
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