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Ü60: Wichtige Altersgruppe bei den Stader "Sozis"

Jürgen Möller ist stolz auf seine Willy-Brandt-Medaille, die er vor wenigen Jahren verliehen bekommen hat. (Foto: bc)
Jürgen Möller (76) kümmert sich um die Belange der "alten Hasen" bei der SPD

bc. Stade. In diesen Tagen im Namen der SPD unterwegs zu sein, dürfte angenehmer sein als zu Zeiten, in denen die Sozialdemokraten in Umfragetiefs verharrten. Der Schulz-Effekt sei Dank. Kanzlerkandidat Martin Schulz hat der Partei neues Leben eingehaucht. Das findet auch Jürgen Möller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft 60plus im SPD-Ortsverein Stade: "Ich halte Schulz für den geeigneten Mann. Er steht für mehr Gerechtigkeit. Mit der Agenda 2010 ist damals einiges schief gelaufen, was nie korrigiert wurde."
Der 76-Jährige wünscht sich, dass dieser Schulz-Hype nun auch die Teilnehmer-Zahl bei den monatlichen AG-Treffen im Horst-Casino in die Höhe treibt. Bisher sind es so 15 bis 20 Interessierte, die jeden ersten Dienstag im Monat die Tagespolitik durchdeklinieren. Das Potenzial für mehr Besucher ist da. Der SPD-Ortsverein hat ungefähr 250 Mitglieder, davon gehören ca. die Hälfte in die Altersgruppe 60plus. "Wir sind eine gewichtige Gruppe", sagt Jürgen Möller, zu dessen Aufgaben es gehört, die Belange seines Semesters an die Fraktion im Stadtrat weiterzuleiten.
Er selbst ist das Gesicht der älteren SPD-Generation in Stade. Geprägt durch ein sozialdemokratisches Elternhaus und wohnhaft in der SPD-Hochburg Kopenkamp in Stade trat er jedoch erst Anfang der 2000er Jahre in die Partei ein: "Im Rentenalter habe ich eine neue Aufgabe gesucht." Als stellvertretender Vorsitzender im Betriebsrat der Elbe Kliniken pflegte er gute Kontakte zum Vorsitzenden Kai Holm, dem heutigen SPD-Fraktionschef. So kam eins zum anderen.
Mittlerweile leitet Jürgen Möller die AG seit mehr als einem Jahrzehnt, ist zudem Vorsitzender der "Ü60-Sozis" im Unterbezirk, gehört zum Vorstand des Ortsvereins, organisierte unzählige Wahlkampf-Auftritte und darf im Oktober als Delegierter am Bundeskongress der AG 60plus in Wolfsburg teilnehmen. Nur dass er nie ernsthafte Ambitionen gezeigt hat, in den Stadtrat zu kommen, bedauert er: "Jetzt bin ich zu alt."
Aber nicht zu alt, um sich um die Älteren zu kümmern. Derzeit organisiert er wieder die Sommerfahrt. Diesmal geht es mit dem Bus nach Bad Doberan und von dort mit der Dampfeisenbahn Molli nach Kühlungsborn. Früher gingen die Touren nach Lauenburg, ans Steinhuder Meer oder nach Glückstadt zu Matjes-Essen.
In den nächsten Monaten will Jürgen Möller seinen Teil dazu beitragen, dass die SPD bei der Bundestagswahl im September der CDU echte Konkurrenz machen kann und dass es womöglich sogar einen neuen Kanzler gibt: "Die Partei muss dafür jetzt alle Kraft aufwenden. Sie darf sich nicht wieder selbst demontieren."
• Das nächste Treffen der AG 60plus findet am Dienstag, 2. Mai, um 18 Uhr im Horst-Casino statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.