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Uneinigkeit über neues Stader Parkhaus

Fassade mit Metalllamellen, Ansicht aus der Stockhausstraße als Architektenentwurf (Foto: Blunk und Morgen/berabeitet MSR)

Knappe Ausschussmehrheit für Metalllamellen und Gussasphalt: 1,27 Millionen Euro Extrakosten

tp. Stade. Spannend wird voraussichtlich die Sitzung des Rates der Stadt Stade am Montag, 20. Juni, im Rathaus: Um 18.30 Uhr befasst sich die Politik abschließend mit der Fassadengestaltung und dem Fahrbahnbelag für das geplante städtische Parkhaus auf dem Ex-Hertie Gelände. Die Politiker sind sich - selbst innerhalb der Fraktionen - uneins. Eine entsprechende Empfehlung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) und des Finanzausschusses am Mittwochabend fiel knapp aus. Die Gremien empfahlen dem Rat nach mühseligem Abwägen eine Fassade mit Metall-Lamellen und Klinker-Anteil sowie einen Belag aus Gussasphalt.

Wie berichtet, hatte die Stadt das Garagenprojekt von dem Hamburger Immobilien-Entwickler Matrix übernommen und an das Unternehmen die bisherigen Planungskosten von für 480.000 Euro entrichtet. Im Auftrag der Politik besserte die Verwaltung mit dem Ingenieurbüro WTM die Pläne nach und kalkulierte neu.

Gegenüber der von Stadtbaurat Lars Kolk als "Matrix-Nullvariante" bezeichneten Optik mit Metallgitterstäben und einem kostengünstigen Oberflächenschutzssystem aus einer 4 Millimeter dünnen Betonschicht schlägt die von den beiden Ausschüssen knapp favorisierte Variante mit Extrakosten für Metall-Lamellen in Holzoptik für 400.000 Euro und einen über viele Jahre haltbaren Gussasphalt-Belag für 870.000 Euro zu Buche. Inklusive der Mehrkosten von 1,27 Millionen Euro beziffert die Stadt die Investition in die kommunale Garage, die möglicherweise an einen Privatbetreiber weiterverkauft werden soll, auf nun knapp zehn Millionen Euro (ohne Altbauabriss und Grundstück).

In seiner Fraktion sei man "geteilter Meinung", sagte Vize-Bürgermeister Klaus Quiatkowsky (SPD), sodass er bei der Abstimmung am Montag mit einem uneinheitlichen Stimmbild rechnet. Er selbst hält die 400.000 Euro für die verbesserte Fassaden-Optik für "vertretbar". Es bleibe aber "eine Menge Geld". Die Investition in den Gussasphalt hält er eindeutig für "rentierlich". Quiatkowsy: "Wir wollen ja weiterverkaufen." Als "wertsteigernd" stuft auch SPD-Fraktionssprecher Kai Holm die Gussasphalt-Variante ein.

Kristina Kilian-Klinge, Sprecherin der CDU-Fraktion, sagte: "Wir haben in der Fraktion unterschiedliche Ansichten." Vor dem Hintergrund der Kostensteigerung für das Parkhaus verwies sie auf andere dringende Aufgaben, vor allem in Schulen und Kindertagesstätten. Kilian-Klinge ist gegen einen späteren Verkauf der Immobilie. Wolfgang Drusell (CDU) steht hinter der Investition in die Fassade: "Wir müssen filigran arbeiten." Das fordere auch die Innenstadt-Kaufmannschaft.

Carsten Brokelmann (Wählergemeinschaft) ist "gegen Gussasphalt und gegen die teure Fassade": Er glaube nicht an einen langfristigen Spareffekt durch die zunächst hohe Investition.

Auch in der Grünen-Fraktion, so Sprecherin Barbara Zurek, gingen die "Meinungen auseinander". Zurek glaubt kaum, dass die teure, angeblich "filigrane" Fassade dem Altstadtbild zuträglich wäre. So zu argumentieren, empfindet sie als "quer". "Der Matrix-Entwurf reicht."

Nein zu Gussasphalt sagt die Grüne Karin Aval. "Das kriegen wir nicht wieder." Die 400.000 Euro mehr für die Fassade hingegen trage sie mit.

Die Erdarbeiten fürs Parkhaus sollen im September beginnen. Angepeilte Fertigstellung ist Ende November 2017.