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VfL-Präsident Brokelmann erklärt Aufgabe der Camper Höhe / BI übt Kritik

Carsten Brokelmann, Präsident des VfL Stade und gleichzeitig Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft (Foto: archiv)
bc. Stade. In der Diskussion um die Zukunft der traditionsreichen Sportanlage Camper Höhe (das WOCHENBLATT berichtete) hat sich erstmals auch Carsten Brokelmann in einem politischen Gremium öffentlich zu Wort gemeldet. Er war aufgrund seiner Doppelrolle als Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft (WG) und als Präsident des VfL Stade bei Teilen der Vereinsmitglieder in die Kritik geraten - vor allem bei alten Güldensterner Fußballern. Die Camper Höhe ist die Heimat des früheren TuS Güldenstern.
Brokelmann machte jüngst im Stadtrat deutlich, dass ihm immer klar gewesen sei, dass die geplante Aufgabe der Camper Höhe für den Vereinssport nicht bei allen 5.500 Mitgliedern gut ankommen werde. Der Verein könne sich den Betrieb zweier großer Sportanlagen jedoch nicht dauerhaft leisten. Alleine 50.000 Euro koste den VfL die jährliche Pflege der rund 55.000 Quadratmeter großen Camper Höhe. Das Geld stamme aus Mitgliedsbeträgen. Trotz der Investitionen sei die Anlage marode und stark sanierungsbedürftig, der Zustand der Plätze schlecht. Hinzu komme, dass die Leichtathletik-Laufbahn nicht wettkampftauglich sei, da sie keine 400 Meter messe, die Tribüne werde zudem nicht benötigt.
Die Gremien des VfL, sowohl das Präsidium, der Beirat als auch die Abteilungsleiter-Versammlung, hätten einstimmig für die Beendigung des Sportbetriebs auf der Camper Höhe gestimmt. Die Befürchtungen der Gegner, viele Vereinsmitglieder würden diesen Weg des VfL nicht mitgehen, teilt Brokelmann nicht: "Nicht die Lage, sondern die Qualität einer Sportanlage lässt die Menschen darüber entscheiden, wo sie Sport machen wollen." Der VfL habe sich mit seiner Anlage am Stadtrand in Ottenbeck prächtig entwickelt.
Unterdessen hat die Bürgerinitiative eine neue Pressemitteilung herausgegeben. Darin kritisiert die BI das Verhalten Brokelmanns. "Bei der Fusion der Vereine im Jahr 2016 unterschrieb Carsten Brokelmann einen Pachtvertrag über 25 Jahre für die Camper Höhe. Ein Jahr später begrüßt er die Kündigung dieses Vertrages, angeblich aus Kostengründen. Dazu erklärt Brokelmann in der Ratssitzung, dass die Unterhaltung von zwei Sportanlagen zu teuer sei und er auch schon bei den Fusionsgesprächen darauf hingewiesen hätte, dass dauerhaft nur eine Anlage (Ottenbeck) betrieben werden können. Diese Aussage wird von vielen Güldernsternern entschieden zurückgewiesen, mit Hinweis darauf, dass man unter diesen Voraussetzungen niemals einer Fusion zugestimmt hätte", heißt es in der Pressemitteilung.
Es stelle sich die Frage, warum Brokelmann den Pachtvertrag 2016 über 25 Jahre unterschrieben habe, wenn schon zu diesem Zeitpunkt klar gewesen sei, dass der VfL nur eine Sportanlage betreiben will. Die BI behält sich trotz guter Gespräche mit Teilen der Politik und der Entscheidung für ein Werkstattverfahren vor, ein Bürgerbegehren zu starten und über dieses eine endgültige Entscheidung herbeizuführen, ob Wohnungsbau auf der Camper Höhe stattfinden soll.
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