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Warum zieht der Kreis nicht ins Staatsarchiv?

Auf dem Parkplatz hinter dem Verwaltungsbau "Am Sande 4" will der Landkreis neue Büros und eine barrierefreie Bürgerinformation bauen (Foto: lt)
bc. Stade. Mehr als neun Millionen Euro will der Landkreis für einen 4.300 Quadratmeter großen Anbau in Stade am Platz "Am Sande" hinter dem Kreishaus ausgeben (das WOCHENBLATT berichtete), dabei steht in unmittelbarer Nachbarschaft das alte Staatsarchiv leer. Ein neunstöckiger Verwaltungsbau mit viel Platz für neue Büros. Warum zieht der Kreis dort nicht ein?

Das Gebäude gehört dem Land Niedersachsen. "Das Land prüft derzeit, ob es das Haus für eigene Zwecke verwenden kann", erklärt Kreissprecher Christian Schmidt auf WOCHENBLATT-Anfrage. Ohnehin sei das Staatsarchiv ein spezieller Funktionsbau, der in der Form nicht für die Ansprüche des Landkreises nutzbar sei. Nur die unteren zwei Etagen seien Büroräume, das Magazin in den oberen Stockwerken mit seinen kleinen Fenstern käme aufgrund der niedrigen Deckenhöhen nicht für eine Erweiterung infrage. Zudem wären erhebliche Investitionen in die Barrierefreiheit und eine energieeffiziente Gebäudetechnik vonnöten.

Das Archiv-Grundstück könnte trotzdem noch interessant für die Kreisbehörde werden. Schmidt: "Mittelfristig benötigt die Verwaltung mehr Platz. Eine zweite Erweiterung von rund 2.250 Quadratmetern ist geplant." Eine entsprechende Anfrage läge dem Land vor. Das leere Archivgebäude müsste dann weichen. "Das reine Gelände ist aus Kreissicht optimal für eine Erweiterung", so Schmidt.

Hehres Ziel des Landkreises ist es, seine derzeit auf die Stadt verteilten Ämter "Am Sande" zu konzentrieren. Aktuell ist das Jugendamt z.B. zur Miete in einer städtischen Immobilie im Ortsteil Ottenbeck untergebracht. Die Abfall- und Gebäudewirtschaft sowie das Veterinäramt befinden sich u.a. in zwei alten, insgesamt rund 3.100 Quadratmeter großen Gebäudetrakten in der Großen Schmiedestraße 1-3 und 5. Beide Gebäude sollen nach Fertigstellung des Anbaus verkauft werden.

Um das Großprojekt "Am Sande" zu verwirklichen, bevorzugen Kreisverwaltung und eine Mehrheit des Kreistags ein Modell der Öffentlichen-Privaten-Partnerschaft (ÖÖP) - auch Public-Private-Partnership (PPP) genannt, bei dem eine Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und privaten Unternehmen vertraglich festgezurrt wird. Meist zeichnet in der Folge ein Generalunternehmer für die komplette Bauabwicklung verantwortlich. Gute Erfahrungen mit ÖPP-Projekten habe der Landkreis bereits mit fünf verschiedenen Schulbauten, u.a. beim Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld und der Berufsbildenden Schule in Stade gemacht, betont Landrat Michael Roesberg.

Ende März bis Anfang April sollen nun Unternehmen ihr Interesse an der Ausschreibung bekunden.