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"Was passiert nach 2028?"

Der Schutzdeich (li.) rund um die Rotschlammdeponie (re.) in Stadermoor wird laufend erhöht. Eine Abbaufläche für Sand als Baumaterial hat AOS im benachbarten Hammah ins Auge gefasst

Bürgerinitiative aus Hammah übt Kritik an Wall-Erhöhung auf der AOS-Rotschlammdeponie in Stadermoor

tp. Stade. Skeptisch stehen Rolf Supper und Dieter Loerwald von der Bürgerinitiative (BI) Hammah dem Vorhaben des Industrieunternehmens Aluminium Oxid Stade (AOS) gegenüber, den Wall um die AOS-Rotschlammdeponie in Stadermoor zu erhöhen. Nachdem das WOCHENBLATT von den Plänen der AOS berichtet hatte, den zwölf Meter hohen quadratischen Schutzdeich bis zum Jahr 2028 auf 21 Meter zu erhöhen, melden sich Supper und Loerwald mit einem kritischen Brief zu Wort, den das WOCHENBLATT an dieser Stelle in gekürzter Form abdruckt:
"Aus dem Bericht geht nicht hervor, was nach 2028 passieren soll. Denn irgendwann reicht auch dieses Mega-Becken nicht mehr aus. 15 Jahre sind keine riesige Zeitspanne für ein Industrieunternehmen.
Wenn der Rotschlamm laut AOS nicht als Sondermüll sondern als Massenabfall deklariert wurde, bedeutet dieses nicht eine Ungefährlichkeit der Stoffe. Auch bei Massenabfall gibt es Unterscheidungen in gefährlich und ungefährlich.
Es wird suggeriert, dass dieser Abfall ungefährlicher als Hausmüll sei. Das ist nicht der Fall.
Und: Schwermetalle lägen in nicht erwähnenswerter Konzentration vor. Doch durch Vergrößerung des Deponiebeckens potenziert sich die Schwermetallkonzentration in beträchtlichem Maße.
Anfang der 1970er Jahre wurde der Rotschlamm, nicht von der AOS, aber von anderen Alu-Hütten in Flüsse geleitet. Das Ergebnis war, dass die gesamte Nahrungskette und Fischarten zum Absterben gebracht wurden. Erst danach wurden Deponien weltweit eingerichtet.
Die AOS-Halde als größte Rotschlammdeponie Deutschlands liegt mit einem geringen Teil auf Hammaher Gebiet. Kein Geologe kennt die tatsächlichen Auswirkungen dieser Deicherhöhung auf moorigen Untergrund und die dadurch auftretenden Kräfte, da ein Deich in dieser Höhe bisher in Deutschland nicht gebaut worden ist. Manche Häuser in der Nähe der Deponie sind in Schieflage gekommen."
AOS-Geschäftsführer Eberhard Guhl hält die Ausführungen der BI in Teilen für fehlerhaft. Unter anderem würden sich Schadstoffe in der Halde nicht anreichern. Und: Der Quecksilbergehalt im Rotschlamm sei niedriger als im Ausgangsstoff Bauxid, der weltweit an der Erdoberfläche liege. Weiter will Guhl die Kritik nicht kommentieren, da sie "Halbwahrheiten" und Dinge enthalte, die die AOS nicht beträfen.
• Die BI Hammah wehrt sich gegen die Pläne der AOS, am Ortsrand des Geest-Dorfes eine riesige Sandabbaufläche zu erschließen, um Baumaterial für die Erhöhung des Deponie-Walls zu gewinnen.