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WC-Protest auf der Erlenisel in Stade

Eltern und Erzieherinnen sind gegen den Toilettenenbau direkt neben dem Haupteingang der Kita

Toilettenanbau an Kindergarten: Eltern warnen vor Schmutz und Vandalismus

tp. Stade. Die Wut der Mütter und Väter dämpft die Stimmung auf der idyllischen Erleninsel in Stade: Die Eltern protestieren gegen die Pläne der Stadt, an das Gebäude eine öffentliche Toilette anzubauen. Sie befürchten unter anderem Schmutz, die Störung des Kindergartenbetriebes durch Fremde und Vandalismus.

Einer der Väter, Matthias Brandenburg (42), schimpft: "Wir sind angewidert." Die Pläne passten nicht zum familienfreundlichen Image der Stadt mit ihren zahlreichen Neubaugebieten. "Toiletten ja, aber nicht direkt vor unserer Tür", sagt die zweite Vorsitzende des Trägervereins "Haus für Kinder", Nathalie Dammann (33).

Geplant ist ein ca. 15 Quadratmeter großer Anbau direkt neben dem Haupteingang des Kindergartens. Das WC ist vor allem für die Besucher des beliebten Spielplatzes auf der Erleninsel am Burggraben gedacht, für die derzeit nur Dixi-Klos zur Verfügung stehen. Beim Trägerverein begrüßt man generell den Bau der Sanitäranlagen, fordert allerdings eine räumliche Trennung vom "Haus für Kinder".

Claudia Seel (36), deren Tochter die Einrichtung mit weiteren rund 30 Kindern besucht, stört sich u.a. daran, dass durch den Anbau mehrere Fenster des Bewegungsraumes verschlossen werden. Zudem befürchtet sie, dass vorübergehend die pädagogische Arbeit durch den Baulärm gestört wird.
Die Stadt lehne einen separaten WC-Bau aus Kostengründen ab, sagt Stadt-Sprecher Tjorven Plate. Die Verwaltung befürchtet gerade bei der von den Eltern gewünschten isolierten Variante eine erhöhte Vandalismusgefährdung. "Damit entstünden der Stadt wiederum erhöhte Kosten."

Im Falle des Anbaus, der Anfang März mit dem Vorstand der Kita erörtert worden sei, würden die Toiletten regelmäßig gereinigt. Sie seien nachts verschlossen und würden von dem übrigen Außengelände der Kita abgetrennt. "Die Bedenken hinsichtlich der Sauberkeit sind somit ebenso auszuräumen wie die mögliche mangelnde Belichtung des Bewegungsraums, da dieser von der entgegengesetzten Seite ausreichend belichtet wird." Auch sei kein Eingriff in die pädagogische Arbeit der Kita zu erwarten.

In Kürze soll ein weiteres Gespräch mit dem Vorstand der Kita geführt werden, in dem die Stadt die konkrete Planung vorstellen und die weitere Vorgehensweise abstimmen wolle.