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Wohin mit dem Wasser? Baugebiet "Blumenthal" gerät ins Stocken

Das Neubaugebiet "Blumenthal" besteht aus reinem Wohngebiet (helle Fläche), Mischgebiet (gelbe Fläche) und einem Gewerbegebiet (grau). Am Rande des Baugebietes soll eine Kita enstehen (lila) (Foto: Graphik: cappel + kranzhoff, Hamburg)
lt. Horneburg. Weil es Probleme mit der Versickerung des Regenwassers gibt, geraten die Planungen für das neue Baugebiet "Blumenthal" in Horneburg ins Stocken. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses des Fleckens Horneburg stellte Dipl.-Ing. Jovana Galla vom Horneburger Ingenieurbüro Klaus Galla und Partner die aktuelle Situation dar.
Demnach hat eine erneute biologische Bodenuntersuchung des außerhalb des Baugebietes geplanten Regenrückhaltebeckens im Auftrag der Kreissparkasse ergeben, dass dort - anders als zunächst erwartet - kein Wasser versickern kann. Nun müsse nach einer anderen Lösung gesucht werden, so Jovana Galla.
Der natürliche Ablauf über die Aue könne nicht genutzt werden, da das Wasser dann durch Landschaftsschutzgebiet sowie die Fischteiche des Forellenhofs Wilke fließen würde. Zwar sei Regenwasser per se nicht verunreinigt, da es aber über die Straßen des Baugebietes laufe, könne nicht ausgeschlossen werden, dass Chemikalien - z.B. aus Putzmitteln - darin enthalten seien. Und um diese herauszufiltern, sei eine Kläranlage nötig, so Galla.
Möglicherweise müsse das Wasser also über die Bundesstraße 73 in Richtung der Bürgermeister-Löhden-Straße abgepumpt werden. Bei dieser teuren Lösung müssten dann ca. sieben Höhenmeter überwunden werden. Zudem seien zwei verschiedene Wasserunterhaltungsverbände (Aue und Altes Land) zuständig, mit denen das Verfahren abgestimmt werden müsse, so Galla weiter.

"Wir hatten uns das einfacher vorgestellt, aber einfach geht in Horneburg wohl nicht", kommentierte Flecken-Bürgermeister Hans-Jürgen Detje den Vortrag von Jovana Galla. Es gebe aber kein Zurück mehr, dafür seien die Planungen für das Neubaugebiet zu weit fortgeschritten. Das Problem werde zeitnah gelöst, versprach Detje.

Wie das Baugebiet aussehen soll, erläuterte Peter Kranzhoff von der Stadtentwicklung und Planungs GmbH Cappel + Kranzhoff am Anfang der Sitzung. Auf einem insgesamt 24 Hektar großen Gebiet zwischen der Issendorfer Straße, der K 44 und der Straße Blumenthal soll das Baugebiet in Abschnitten erschlossen werden. Im allgemeinen Wohngebiet werden Einzelhäuser und Doppelhäuer zugelassen, im Mischgebiet im süd-östlichen Bereich können auch Reihen- und Mehrfamilienhäuser gebaut werden. Im eingeschränkten Gewerbegebiet am süd-östlichen Rand des Baugebietes sind größere Gebäude zulässig. Ausgeschlossen seien aber z.B. Tankstellen und Vergnügungsstätten, so Kranzhoff.
Auch für eine Kindertagesstätte ist eine Fläche im östlichen Bereich vorgesehen. In der Mitte des Neubaugebietes ist zudem ein Spielplatz geplant. Angebunden wird die Siedlung über die Straße Blumenthal an die Issendorfer Straße und im Westen an die K 44. Die vorhandenen Wege werden in ein gliederndes Grünsystem eingebunden. Intern wird die Siedlung durch Ringstraßen erschlossen. Es gibt nur eine Sackgasse und eine Wendeanlage.
Gestalterisch stünden den künftigen Bauherren viele Möglichkeiten offen, so Kranzhoff. Festgelegt sei aber, dass die Dachpfannen nur in den Farben rot bis rot-braun, braun oder anthrazit zulässig seien. Hochglänzende Dächer sind unzulässig. Als Fassade seien Verblendmauerwerk oder Putz erlaubt. 30 Prozent der Fassade dürften die Bauherren aber auch ganz individuell gestalten.

Wann die Planungen in die nächste Phase gehen können, hängt nun davon ab, wie schnell eine Lösung für die Regenrückhaltung gefunden wird.