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Wohnraum-Offensive in Stade - das sind die Fakten

Die Gesellschaft verändert sich. Günstiger Wohnraum wird gebraucht, für Rentner, Geringverdiener, Alleinerziehende oder auch anerkannte Flüchtlinge
bc. Stade. In Stade hat die Verwaltung auf Grundlage eines externen Gutachtens ein Wohnraumentwicklungskonzept erstellt, welches Stadtbaurat Lars Kolk jüngst im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) vorstellte.
So sehen die Prognosedaten und die Fakten aus:

• Für das Jahr 2015 zählten die Statistiker 22.890 Haushalte in Stade, darunter 3.720 Single-Haushalte in preisgünstigen Wohnungen.

• Je nach Einwohnerentwicklung - abhängig u.a. davon, wieviele Flüchtlinge bleiben - geht das Gutachten von einem Zuwachs bis 2030 zwischen 1.440 und 3.890 Haushalten aus.

• Dementsprechend müssen bis 2030 neue Wohneinheiten (WE) her. Je nach Entwicklungsvariante zwischen 60 und 125 pro Jahr. Der Zusatzbedarf umfasst sowohl Einfamilienhäuser als auch Wohnungen. Je nachdem, welche Variante zum Tragen kommt, fehlen bis 2030 zwischen 540 und 1.240 WE im unteren Mietpreissegment. Am realistischsten erscheint die mittlere Variante, die von 750 zusätzlichen WE ausgeht.

• Unter Berücksichtigung der Fluktuation werden in Stade ca. 720 Wohneinheiten pro Jahr nachgefragt. Rund 83 Prozent davon entfallen auf Ein- und Zwei-Personen-Haushalten.

• Von allen 12.210 Mietwohnungen in Stade sind 8.280 Wohnungen so preisgünstig, dass das Jobcenter/der Landkreis die Mietkosten für Menschen ohne Einkommen ganz bzw. teilweise für Geringverdiener übernehmen würde.

• Bezogen auf ein Jahr werden in Stade 1.170 WE neuvermietet, davon liegen ca. 68 Prozent (800 WE) im preisgünstigen Segment - wobei die Wohnungen für Drei-Personen-Haushalte überwiegen (270 WE). Da jedoch besonders Singles, die auf preiswerten Wohnraum angewiesen sind - Wohnungen suchen, drücken diese verstärkt in größere Wohnungen. Die Folge: eine größere Belastung für die öffentliche Hand.

Neues Konzept: Zahlt die Stadt Mietkostenzuschüsse?

bc. Stade. Die Nachricht kommt nicht überraschend. In Stade fehlt günstiger Wohnraum im niedrigen Preissegment vor allem für Ein- und Zwei-Personen-Haushalte. Es muss was passieren, das hat die Hansestadt Stade erkannt. Da sich Bund und Länder bei dem Thema merklich zurückhalten, liegt das Problem bei den Kommunen. Folgendes Konzept schlägt die Stader Verwaltung vor:
Städtische Grundstücke werden unter der Prämisse ausgeschrieben, dass in Neubauten die maximale Kaltmiete begrenzt werden muss, z.B. auf in Stade ortsübliche 8,50 Euro pro Quadratmeter. Die Laufzeit des Mietvertrages müsste mindestens 15 Jahre betragen.
Die Stadt übernimmt die Differenz zwischen dem Betrag, den das Jobcenter für die Wohnung übernimmt und den tatsächlichen Mietkosten. Zur Erklärung: Der Staat übernimmt die sogenannten Kosten der Unterkunft (KdU) nur bis zu einer gewissenMietobergrenze.
Unterm Strich ist die Hoffnung der Stadt, dass dieses Modell volkswirtschaftlich günstiger wird, da die Nebenkosten, z.B. die staatlichen Heizkostenzuschüsse, in den Neubauten geringer ausfallen als in alten Mietwohnungen.
Wie berichtet, wird dieses Konzept punktuell bereits umgesetzt. Die Stadt kooperiert bei einem Neubau in der Heidesiedlung in Riensförde mit der Baufirma „Viebrock“ und der Wohnstätte, die später die Vermietung und Verwaltung der Wohnungen übernehmen soll. Dort entstehen in diesem Jahr 62 preiswerte Wohnungen, davon zwei Drittel Ein-Zimmer-Wohnungen. Einige dieser Wohnungen sollen an Mieter gegeben werden, die auf preiswerten Wohnraum innerhalb der KdU angewiesen sind. Außerdem erstellt die Wohnstätte in diesem Jahr 36 neue Wohnungen in Hahle. Ein Hauptziel der Stadt ist die soziale Durchmischung in den Gebäuden. Deswegen soll es bei der Belegung strenge Regeln geben.
Die Politik hat nun bis zur letzten Ratssitzung vor den Sommerferien am 19. Juni Bedenkzeit, ob sie dieses Förderkonzept der Mietkostenzuschüsse mittragen möchte. Eine mögliche Beschlussvariante: Die Stadt soll ab 2018 pro Jahr 50 neue Wohneinheiten schaffen. Die gemittelten Mietkostenzuschüsse für die Stadt würden bei dieser Variante prognostiziert bis 2030 auf jährlich knapp 800.000 Euro anwachsen.