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Zwei Beispiele für erfolgreiches Bürger-Engagement in Horneburg

Zwei kürzlich neu aufgestellte Halteverbotsschilder im Lerchenweg in Horneburg sollen aufgrund von Anwohner-Protesten wieder abmontiert werden
lt. Horneburg. Meist haben die Kommunalpolitiker nicht viele Zuschauer, wenn sie in Ausschüssen oder Räten über Belange ihrer Gemeinden entscheiden. Dass es auch anders ein kann, wurde kürzlich im Bauausschuss des Flecken Horneburg deutlich. Rund 50 Besucher verliehen ihren zuvor gestellten Forderungen noch einmal durch ihre Anwesenheit Ausdruck - und konnten die Ausschuss-Mitglieder letztlich überzeugen.
Zwei Themen hatten die Einwohner auf den Plan gerufen: Eine Verkehrsberuhigung für die Otto-Balzer-Straße sowie das Entfernen von Halteverbotsschildern im Lerchenweg.
Wie berichtet, hatten zahlreiche Anwohner der Otto-Balzer-Straße Unterschriften für die Einrichtung einer Verkehrsberuhigung für die Anliegerstraße gefordert. Aus Sicht der Betroffenen seien viele Autofahrer zu schnell unterwegs und es komme immer wieder zu Beinahe-Unfällen auf der Straße, die von vielen Kindern als Schul- und Kindergartenweg genutzt wird.
Der Bauausschuss hat sich nun dafür ausgesprochen, an zwei Stellen mobile Elemente zur Verkehrsberuhigung zu installieren. Die tellerförmigen, erhöhten Aufsätze könnten jederzeit auch wieder entfernt werden, so Flecken-Bürgermeister Hans-Jürgen Detje.
Er räumte ein, dass die Entscheidung mit "Bauchschmerzen" getroffen worden sei. Diese Form der Verkehrsberuhigung sollte kein Maßstab sein und sich künftig nicht auf allen Straßen in Horneburg wiederfinden. Die neuen "Hubbel" auf der Straße kosten ca. 1.600 Euro.
Der Bauausschuss hat sich außerdem dafür ausgesprochen, die aufgestellten Halteverbotsschilder im Lerchenweg wieder abmontieren zu lassen. Sie waren ohne Absprache mit den Anwohner im Auftrag des Bauamtes vom Landkreis aufgestellt worden. Die Betroffenen sind jedoch der Meinung, dass die parkenden Autos an der Straße sozusagen als natürliche Verkehrsberuhigung notwendig seien.
"Es wäre schön gewesen, wenn im Vorfeld kommuniziert worden wäre", so Detje, der ebenfalls nichts von der geplanten Aufstellung neuer Schilder gewusst habe. Wenn die Anwohner sich nicht an den parkenden Autos stören würden, sei auch ein Halteverbot überflüssig.

Kommentar:
Bei der Sitzung des Bauausschusses hat sich gezeigt, dass Bürger viel erreichen können - wenn sie denn wollen. Wer Unterschriften sammelt, bei Sitzungen präsent ist, sich an Diskussionen beteiligt und den Kontakt zur Politik sucht, hat gute Chancen, Dinge zu bewegen und zu verändern. Wer dagegen nur Zuhause sitzt, meckert und sich ärgert, erreicht gar nichts. Lena Stehr