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Zwei hanseatische Ideen für Stade

Vorsitzender Dieter-Theodorf Bohlmann mit seinem Entwurf des Hansetors
 
Skizze des neuen Hartschenflether Tors zwischen Kanonen-Platz und Tourist-Info (Foto: Dieter-Theodorf Bohlmann)

Backstein-Tor und CFK-Klappbrücke sollen Stadt aufwerten / Alfred Toepfer Stiftung fördert Verein Alter Hafen

tp. Stade. Die eine Idee ist schwer umzusetzen, die andere verhältnismäßig leicht: Mitglieder des Vereins Alter Hafen Stade um den Vorsitzenden Dieter-Theodor Bohlmann wollen die starre Stahlbetonbrücke (Niclolaibrücke) zwischen Altem Hafen und Stadtthafen durch eine Klappbrücke aus dem Leichtbau-Werkstoff CFK ersetzen. Und: Zwischen der Tourist-Info am Hafen und dem Schwedenspeicher soll ein schmuckes Hansetor die Besucher empfangen.

Für das Brückenprojekt erhielt der Verein jetzt 500 Euro Fördergeld von der Alfred Toepfer Stiftung Hamburg. Deren Vorstandsvorsitzender Ansgar Wimmer hatte bei einem Altstadt-Besuch von dem Vorhaben erfahren "und war begeistert", berichtet Dieter-Theodor Bohlmann. Die Fördersumme fließt auf das von dem Verein eingerichtete "Brückenkonto", auf das Förderer Geld für die Brücke einzahlen können.

Wie berichtet, kämpfen Bohlmann und seine Mitstreiter seit der Gründung 1983 für die Wiederschiffbarmachung des Alten Hafens, der Ende der 1960er Jahre vom Neuen Hafen durch den Ausbau der Hansestraße getrennt wurde. So könnte die historische Stader Schiffsflotte mit dem Ewer Willi, der Wilhelmine, Dora, Windsbraut und dem Heinrich immer wieder in den Hafen einlaufen und am Fischmarkt für eine hanseatische Kulisse sorgen.

Nachdem die Stadt die von ihr im Jahr 2000 in Auftrag gegebenen Entwürfe einer Klappbrücke für 3,9 Millionen Euro verwarf, ließ der Verein Alter Hafen, der einen Arbeitskreis Hafenöffnung gründete, jetzt wieder aufleben. Ein guter Zeitpunkt, findet Bohlmann, denn allerorten in Deutschland würden Stahlbetonbrücken in den kommenden Jahren sanierungsbedürftig oder sogar baufällig. Grund sei Korrosion durch Streusalzeinsatz.

Wenn es nach den Vereinsleuten geht, soll ein Ersatz aus CFK her: Mindestens so haltbar wie Stahl und rostet nicht", sagt Arbeitskreismitglied Gerd Becker, von Beruf Bauingenieur. Auf Initiative des Vereins hat die Bauingenieurin Bianca Weber von der Technischen Universität Braunschweig im Rahmen ihrer Master-Arbeit eine Brücke entworfen. Wegen der Leichtbauweise kommt die CFK-Brücke ohne große Kontergewichte aus und wirkt filigran. Für den Brücken-Unterbau sollen weitere Studenten in das Vorhaben eingebunden werden.

Bohlmann und Co. versprechen sich aufgrund der Eigenständigkeit der Idee - es wäre die weltweit erste CFK-Klappbrücke - eine hohe Akzeptanz seitens der Förderer von der EU bis zum Land. Bohlmann: "Die Stadt käme preiswert dabei weg."
Der Arbeitskreis will das Projekt nach der Kommunalwahl im neuen Rat in die politische Diskussion bringe. Gegen Ende der fünfjährigen Legislaturperiode, so der Wunsch, soll der Bau beginnen.

Als unbefriedigend empfinden die Vereinsmitglieder den Zustand der Gasse am Harschenflether Tor, wo früher eines von sieben Stadttoren stand. Das schattige und schmucklose Entree soll durch ein Backsteintor verschönert werden. Bohlmann will für die Umsetzung Spender und Freiwillige von Innungen über Berufsschulen über Teilnehmer von Maurer-Meisterkursen bis zu Service-Clubs ins Boot holen. Dafür würden möglicherweise "null Kosten" entstehen.