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Internationaler Hebammentag am 5. Mai

Dank Babyglück im siebten Himmel (Foto: TK Krankenkasse)

Hebammen leisten großartige Arbeit bei der Begleitung junger Familien

(sb). Der positive Schwangerschaftstest verändert das Leben eines Paares, insbesondere das der Frau, vom ersten Tag an. Die Umstellung des Hormonhaushalts und das Heranwachsen des neuen Lebens sind dabei nur einige von vielen Aspekten. Insbesondere Erstgebärende haben jetzt viele Fragen und oft entstehen Ängste, wie das Leben mit Kind optimal gemeistert werden kann. Dann sind unter anderem Hebammen kompetente Ansprechpartnerinnen.

"Viele Schwangere fühlen sich mit ihren Fragen allein gelassen", sagt Gabi Horn Stinner, Hebamme aus Stade. "Denn Erfahrungen rund um Schwangerschaft und Geburt werden nicht mehr wie früher innerhalb der Familie weitergegeben." Für sie ist Hebamme nach wie vor ein toller Beruf - trotz diverser Widrigkeiten. Deshalb begrüßt sie den Internationalen Hebammentag am Freitag, 5. Mai, der seit 1991 stattfindet. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto "Hebammen, Frauen und Familien: Partner fürs Leben!".

"Das Hebammenwesen braucht dringend eine Aufwertung", sagt Gabi Horn Stinner. "Denn damit eine gute Geburtshilfe auch in Zukunft gewährleistet ist, braucht es deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen für Hebammen." Auch der Deutsche Hebammenverband verweist zum Internationalen Hebammentag auf eine gefährliche Sparpolitik in der Gesundheitswirtschaft, die massive Auswirkungen auf die Geburtshilfe hat. Das betreffe insbesondere freiberufliche Hebammen.
"Festanstellungen in Krankenhäusern gibt es kaum noch. Statt dessen wird mit freiberuflichen Belegkräften gearbeitet, die nur eine sehr geringe Grundvergütung erhalten", erzählt Gabi Horn Stinner. Zudem gebe es in einigen Bundesländern, zum Beispiel in Bayern, sogar Bestrebungen, nicht alle im Krankenhaus-Dienst geleisteten Arbeiten abzurechnen. Zudem beobachtet der Hebammenverband, dass bundesweit die Anzahl der Kreißsäle massiv zurückgehe. Gab es 1991 noch 1.186 Krankenhäuser mit Geburtshilfe, waren es 2014 nur noch 725.

Die Folge: Immer weniger Frauen entscheiden sich für den Beruf der Hebamme. "Dabei ist es einfach wunderbar, Frauen während Schwangerschaft und Geburt beizustehen und ihnen zu helfen", betont die Stader Geburtshelferin. Sie rät allen Schwangeren, sich rechtzeitig um eine Geburtshelferin zu kümmern. Denn die Geburtenrate im Landkreis Stade steige und die Hebammen vor Ort hätten nur noch wenige freie Termine.