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Zwangsversteigerung geplatzt

Unter anderem sollte dieser Radlader versteigert werden

Auktion landwirtschaftlicher Geräte abgeblasen / Bauer kritisiert Amtsgericht als "unprofessionell"

tp. Stade/Großenwörden. "Mächtig in die Hose gegangen" ist nach Ansicht des Landwirts Marco S.* (41) eine Zwangsversteigerung des Amtsgerichts Stade in Großenwörden bei Himmelpforten. Die Auktion wurde unvermittelt abgebrochen. Marco S., der extra aus der Wingst im Kreis Cuxhaven angereist war, und weitere Interessierte aus der Region mussten ohne Ware wieder nach Hause fahren, weil ein am Verfahren Beteiligter Besitzansprüche an einem Versteigerungsobjekt nachweisen konnte.
Per amtlicher Bekanntmachung hatte das Gericht für Montag, 22. Juli, 9 Uhr, zu der Zwangsversteigerung eingeladen. Zur Auktion standen ein Trecker für ein Mindestgebot von 2.750 Euro, eine Ballenpresse und ein Mähwerk für je 750 Euro, ein Radlader für 1.250 Euro und eine Drehbank für 150 Euro. Für die Ware interessierten sich laut Marco S. rund 80 Auktionsgäste, darunter Landwirte, Lohnunternehmer und Landmaschinenhändler.
Doch nach Marco S.' Schilderungen gab es Ungereimtheiten: "Für die Geräte und Fahrzeuge lagen keine Besitzpapiere vor. Ihn und weitere Kaufinteressenten habe das stutzig gemacht, sagt Marco S. Doch trotz kritischer Nachfragen habe der mit der Auktion beauftragte Gerichtsvollzieher mit der Versteigerung begonnen.
Plötzlich habe sich ein Mann aus der Menge gelöst, sich als Besitzer eines der Geräte ausgegeben und dem Gerichtsvollzieher entsprechende Papiere vorgelegt. Dieser brach die Auktion kurzfristig ab. Marco S. ist verärgert: "So etwas ist unprofessionell."
Der Direktor des Amtsgerichts Stade, Willi Wirth (60), erklärt den Hintergrund: Die zu versteigernden Geräte seien Reste einer rechtlichen Auseinandersetzung zwischen Erben. Sehr kurzfristig, nämlich am Freitag vor der Auktion, habe einer der Beteiligten bei Gericht gegen Zahlung einer Sicherheitsleistung erwirkt, die Zwangsversteigerung vorläufig einzustellen. Die Zahlung sei jedoch nicht erbracht worden. Deshalb fand die Versteigerung statt. "Während der Auktion konnte der Beteiligte jedoch belegen, dass ihm mindestens eines der Geräte gehört", so Wirth, "deshalb wurde die Auktion gestoppt." Wirth räumt ein: "Die Sache ist ärgerlich und für Laien kaum nachvollziehbar."
Übrigens: Wer Ware - auch ohne Besitzpapiere - bei einer gerichtlichen Auktion ersteigert, wird rechtmäßiger Eigentümer.
*Name v. d. Red. gekürzt