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Nach Spielabbruch: "Rotsünder" entschuldigt sich bei Schiri

Stefan Moche (li.) tut es leid, dass er Schiedsrichter Heiko Reinboth rüde angegangen ist: „Ich wollte nicht, dass ein schlechtes Licht auf den Verein fällt“
bc. Stade. Für einen kurzen Moment sind die Gäule mit ihm durchgegangen. Das tut Stefan Moche jetzt so leid, wie keinem anderen. Der 29-jährige Kreisklassen-Fußballer der Spielgemeinschaft Lühe möchte sich für seinen Ausraster am vergangenen Sonntag entschuldigen, als er den Schiedsrichter Heiko Reinboth zu Fall brachte und damit einen Spielabbruch provozierte (das WOCHENBLATT berichtete): „Das hätte nicht passieren dürfen“, sagte er. Das WOCHENBLATT hat ein Versöhnungstreffen vermittelt.

Am Donnerstagmorgen kommt es in Heiko Reinboths Werkstatt in Stade zu der Begegnung und zu Shakehands unter Sportsleuten. Eine tolle Geste mit Signalwirkung. „In der Sekunde sind bei mir einfach die Emotionen übergekocht. Dafür möchte ich um Verzeihung bitten“, sagt Stefan Moche. Ihm sei klar, dass der Vorfall ein schlechtes Licht auf den Verein geworfen habe: „Das wollte ich nicht.“ Das Ärgerliche: Stefan Moche hat im Frühjahr selber den Schiedsrichterschein absolviert und darf jetzt bis zur 2. Kreisklasse pfeifen.

Kurzer Rückblick, was am Sonntag geschah: Es war die 85. Minute in der Partie der 3. Kreisklasse zwischen dem MTV Himmelpforten 2 und der SG Lühe 2, als Schiedsrichter Heiko Reinboth beim Stand von 2:0 für den MTV zum wiederholten Mal in diesem Spiel die Rote Karte zückte. In seiner Wahrnehmung hatte ihn Stefan Moche beleidigt. Als der SG-Kicker den roten Karton sah, brannten ihm die Sicherungen durch. Er stürmte auf Reinboth zu, der ging zu Boden. Das Spiel wurde vorzeitig abgebrochen. „Das Regelwerk sagt ganz klar: Der Schiedsrichter darf nicht angefasst werden, sonst ist es vorbei“, erklärt Heiko Reinboth.

Für ihn ist der Vorfall aber schon längst wieder vergessen, SG-Obmann Jan-Ole Schlüter hatte sich auch bereits entschuldigt. Zudem kennen sich die „Kontrahenten“ von früher, als Reinboth Fußball-Obmann in Bützfleth und Moche einer seiner Spieler war: „Ich wünsche Stefan ein faires Urteil“, sagt der Schiri. Denn: Um eine Sperre wird der „Rotsünder“ wohl nicht umhinkommen. Trotz Entschuldigung.