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15 Millionen Euro - wofür eigentlich?

Eine Luftbildaufnahme aus dem Jahr 2012 vom Gelände des Technologiezentrums der Handwerkskammer in Stade: Die Gebäude werden derzeit saniert (Foto: www.luftbild.fotograf.de)
bc. Stade. Pro Jahr schleust die Handwerkskammer (HWK) Braunschweig-Lüneburg-Stade etwa 8.000 Auszubildende durch ihr Technologiezentrum in Stade. Künftige Bäcker und Maurer, angehende Maler und Zimmerer, werdende Kfz-Mechatroniker und Elektroniker: Alle erhalten ihr Rüstzeug in Stade in 27 verschiedenen Werkstätten und 22 Unterrichtsräumen. „Unser Einzugsbereich ist der gesamte Elbe-Weser-Bereich“, sagt Matthias Steffen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der HWK.

Derzeit bekommt das Kammer-Gebäude ein „Facelift“. Gut 15 Millionen Euro werden investiert, davon rund neun Mio. Euro Steuergeld von Bund und Land. Wofür braucht die Ausbildungsstätte die staatlichen Zuschüsse? Das WOCHENBLATT fragt nach.

Seit Anfang der 1980er Jahre sitzt die Kammer hier im Gewerbegebiet an der Rudolf-Diesel-Straße. Und genau so, wie es vor 35 Jahren modern war, sieht es an vielen Ecken auch aus. Alleine drei Millionen Euro steckt die Kammer in die Renovierung des Gästehauses. Die angestaubte Jugendherbergs-Atmosphäre mit Vierbettzimmern und Waschräumen auf dem Flur weicht modernen Doppelzimmer-Apartments mit eigenen Toiletten und Duschen. Statt 180 Betten gibt es künftig nur noch 145 in 73 Zimmern. Zudem werden die Freizeitbereiche mit Fitnessraum, Billardzimmer, Internetcafé, Pinte, etc. erneuert und das Treppenhaus umgebaut. Ungefähr 20.000 Übernachtungen zählt die Kammer pro Jahr. Anfang 2016 soll die Sanierung des Gästehauses komplett abgeschlossen sein.

Der größte Batzen mit rund zehn Mio. Euro fließt in die energetische Sanierung und Brandschutz-Sanierung aller Gebäude: neue Dämmung, neue Anlagen, alles neu. Nur die Hülle bleibt gleich. Steffen: „Es wäre widersinnig, wenn wir die rote Klinkerfassade abreißen würden.“ Die Kammer erhofft sich, die Energiekosten durch die Baumaßnahmen erheblich zu reduzieren.

Eine Mio. Euro zusätzlich steckt die Handwerkskammer in die Modernisierung und Umstrukturierung der Werkstätten: neue Gasleitungen müssen verlegt, neue Maschinen angeschafft werden. Nur ein Beispiel: Für die Ausbildung im Kfz-Bereich werden neue Diagnose-Geräte gekauft.

Die noch fehlende Million finanziert die Kammer komplett aus eigenen Mitteln, um die Verwaltungsräume auf Vordermann zu bringen. Insgesamt verfügt die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade laut Matthias Steffen über ein Haushaltsvolumen von etwa 40 Mio. Euro, davon liegen die Beiträge der Unternehmen bei ca. zehn Mio. Euro.

Auch die Handwerkerschaft ist vor dem Demografiewandel nicht gefeit, selbst wenn er sich derzeit wenig bemerkbar macht. „Die Ausbildungsplatzzahlen sind noch konstant“, so Steffen. Trotzdem erwartet auch er einen Rückgang der Stellen: „Wir bereiten uns darauf vor.“