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1,60 Euro für ein Kilo Strippensalat

Michael Schreder, Verkaufsleiter bei Multimedia Bencke, mit einem Riesenbündel Kabel aus der hauseigenen Werkstatt

Die Welt bleibt verkabelt / Tipp: beschriften und ausmisten / Schrotthandel zahlt Bares

tp. Stade. Es gibt sie in fast jedem Haushalt: eine Kiste voll Kabel. Wir horten die Strippen, die beim Kauf von Stereoanlagen, Telefonen oder Laptops zum Lieferumfang gehören, in der Voraussicht, sie eines Tages zu benötigen. Wird dann tatsächlich ein Kabel gebraucht, greifen wir meistens ins Chaos.

Kaum jemand findet in dem Gewirr aus verhedderten Leitungen, Steckern und Netzteilen noch das aktuell passende Stück. Da hilft nur ausmisten, denn nach wenigen Jahren sind die meisten Kabel aufgrund der schnell wechselnden Gerätegenerationen ohnehin veraltet.

Die Entsorgung ist eine Daueraufgabe: Nach Einschätzung von Experten bleiben Kabel auch in den kommenden Jahrzehnten fester Bestandteil unseres Lebens.

Multimedia Bencke in Stade, ein mittelständisches Fachgeschäft für TV, HiFi, PC, Telekommunikation und Co., führt allein im Sortiment rund 500 verschiedene Kabelsorten im Verkauf. Unzählige weitere Elektroverbindungen lagern in der hauseigenen Werkstatt. Laut "Bencke"-Verkaufsleiter Michael Schreder (49) packen die Hersteller aus Spar- und Umweltgründen inzwischen zwar deutlich weniger Kabel ins Zubehör als früher, die moderne Welt wird aber weiter verkabelt bleiben. "Auf Fachmessen empfehlen die Hersteller durch die Bank Kabelleitungen", sagt er. Grund: Kabel sind als Verbindung zur Stromquelle unerlässlich. Und sie leisten eine weitgehend fehlerfreie Datenübertragung.

Trotz des Trends zu WLAN (drahtloses lokales Netzwerk) gilt das Kabel auch für den heimischen PC als beste Lösung. Wichtig: Die "Datenschnur" muss wegen der empfindlichen digitalen Datenübertragung, die die Analogtechnik abgelöst hat, gut abgeschirmt sein. Das gilt auch für Antennen- und den bei Stereoanlagen verwendeten Chinch-Kabeln.

Nach Michael Schreders Einschätzung reicht es für einen normalen Haushalt, je ein gutes Chinch-, Antennen, Netz- und Lautsprecherkabel vorrätig zu halten. Sein Ordnungstipp: "Das aufgerollte Kabel mit einem Gummiband umwickeln und mit einem beschrifteten Klebeband versehen." Ältere Kabel können getrost entsorgt werden.

Bares gibt es beim Schrotthändler. Sven Kusche (30), Inhaber des Entsorgungsfachbetriebs "R & S Kusche" in Stade, zahlt derzeit einen Tageskurs von 1,60 Euro pro Kilo Kabel (ohne Stecker). Der Elektro-Abfall wird in einer firmeneigenen Spezialanlage zu Granulat geschreddert und zu 100 Prozent recycelt. Wertvollster Bestandteil ist das Kupfer. Aber auch die Kunststoffisolierung wird einer neuen Nutzung zugeführt: Etwa als Fuß für Bauzäune oder Verkehrsbaken.