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Alles in Butter bei Burger King?

Nach dem Ekel-Skandal schmecken vielen die Burger wieder
jd. Stade. Drei Monate nach dem Image-Debakel um die Stader Yi-Ko Holding hat sich beim Buletten-Bräter einiges getan. Ist bei Burger King wieder alles bestens? Der Buletten-Bräter war vor drei Monaten bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein Reporter-Team von RTL in einigen Restaurants miserable hygienische Zustände aufgedeckt hatte. Mit einer Image-Kampagne sollten die Wogen geglättet werden. Als erste Maßnahme wurde der Stader Unternehmer Ergün Yildiz, dessen Yi-Ko Holding die in die Kritik geratenen Filialen betreibt, kurzerhand abserviert. Doch mit dem Kölner Rechtsanwalt Dr. Dieter Stummel übernahm Ende Juli ausgerechnet ein enger Vertrauter von Yildiz das Kommando in der Stader Doppelhaushälfte, in dem sich der bescheidene Firmensitz der Yi-Ko Holding befindet. Gewerkschaftler gehen davon aus, dass Yildiz als (Mit-)Eigentümer hinter den Kulissen weiter das Sagen hat. Doch gegenüber dem WOCHENBLATT deutete Burger King Deutschland jetzt an, dass Yildiz womöglich ganz ausgebootet wird.

Burger King arbeite "aktiv auf eine Änderung der Eigentümerverhältnisse" bei der Yi-Ko Holding hin, teilte die Konzern-Zentrale mit. Diese Aussage lässt darauf schließen, dass es der Fast-Food-Konzern ernst meint mit dem angekündigten "Neustart" bei der Yi-Ko Holding, die mit 90 Filialen größter Franchise-Nehmer von Burger King in Deutschland ist. Auch für die Yi-Ko-Beschäftigten soll sich einiges zum Besseren gewendet haben: Seit Juni entlohne man die rund 3.000 Mitarbeiter nach Tarif, so Burger King.

Bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht man die Sache nicht ganz so rosig. Anwalt Stummel sei schließlich Yildiz' rechte Hand und habe die Yi-Ko Holding in einigen der zahlreichen Arbeitsgerichtsverfahren vertreten, die von Yildiz angezettelt worden seien, um unliebsame Betriebsräte loszuwerden.
Die Yi-Ko Holding sei weit davon entfernt, sich wie ein normaler Arbeitgeber zu verhalten, erklärte der NGG-Funktionär Guido Zeitler unlängst in der "Wirtschaftswoche". Er kritisiert vor allem, dass etliche Mitarbeiter noch immer keine Zuschläge bei Überstunden ausbezahlt bekämen. Ebenso gebe es Probleme mit der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder beim Urlaub.

In der Burger King-Zentrale möchte man die Diskussion um die Personalie Stummel nicht weiter hochkochen lassen: Der Anwalt sei nur interimsweise als Geschäftsführer der Yi-Ko Holding tätig, heißt es aus München. Zudem liege das operative Geschäft in den Händen einer "sehr erfahrenen" Burger King-Managerin: Nicole Gottschalk sei von der Zentrale "entsandt" worden, um die Verantwortung für die 90 Restaurants der Yi-Ko Holding zu übernehmen.

Die Kritik seitens der Gewerkschaft kann man in München nicht nachvollziehen: "In den vergangenen drei Monaten konnten bereits mehr als 80 Prozent der offenen Gerichtsverfahren beigelegt werden", teilt Burger King mit. Laut NGG liefen rund 300 Prozesse vor Arbeitsgerichten, weil Yildiz engagierte Arbeitnehmervertreter loswerden wollte. "Schwierigkeiten bei Lohnzahlungen" sind nach Ansicht der Burger-Bosse "Einzelfälle", die angesichts der großen Zahl der Mitarbeiter "durchaus vorkommen" können. "Wir gehen dem nach und führen schnell Lösungen herbei." Außerdem kündigt Burger King Gespräche mit der Gewerkschaft an: "Wir werden uns Anfang September mit Vertretern der NGG an einen Tisch setzen, um noch offene Themen zu besprechen."

Yi-Ko steht für Yildiz und Kolobov

(jd). Im Mai 2013 kaufte Ergün Yildiz gemeinsam mit seinem russischen Geschäftspartner Alexander Kolobov 91 Burger King-Restaurants. Diese Filialen wurden zuvor in direkter Regie von Burger King Deutschland betrieben, anders als die übrigen rund 600 deutschen Restaurants der Fast-Food-Kette, die - wie in der Branche üblich - von Franchise-Nehmern geführt werden. Als Trägergesellschaft für die mittlerweile nur noch 90 Filialen gründeten Yildiz und Kolobov die Yi-Ko Holding mit Sitz in Stade. Während Kolobov offenbar als Geldgeber fungierte, übernahm Yildiz das Tagesgeschäft. Er ist bereits seit mehr als zehn Jahren Franchise-Nehmer von Burger King: Seine Levent Fast-Food GmbH betreibt die Restaurants in Stade und Cuxhaven.