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Arbeitet endlich mit uns!

Die Landwirte aus dem Landkreis Stade trafen sich in Hammah zu ihrer Jahreskonferenz. Eingeladen war auch Landrat Michael Roesberg (vorne re.).
Landwirte wehren sich gegen Generalverdacht und Diskriminierung / "Wir wollen nicht am Pranger stehen"

at. Landkreis. Die Landwirte im Landkreis Stade fühlen sich gegängelt: Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) will in diesem Jahr rund doppelt so viele Getreide-, Boden- und Fleischproben nehmen, wie noch im Jahr 2014.
"Statt mit uns zu arbeiten, werden wir von den Behörden an den Pranger gestellt", sagt Johann Knabbe, Vorsitzender der Kreisbauernschaft in Stade dazu. Er lud Laves-Präsident Eberhard Haunhorst zur Jahresversammlung der Kreislandwirte nach Hammah ein, um mit ihm über das Thema zu diskutieren.
"Unsere Eigenkontrollen sind so gut, dass wir im vergangenen Jahr bereits viele Lebensmittelskandale selbst aufgedeckt und gelöst haben", sagte Knabbe während der Sitzung. Das zeige, dass die Landwirte bei der Verbesserung des Verbraucherschutzes durchaus mithelfen können, so der Vorsitzende. Sein Vorwurf: Den Landwirten würden immer mehr Kontrollen mit einer massiven Dokumentationspflicht auferlegt. Die Laves lege die Ergebnisse ihrer Untersuchungen noch nicht mal offen. "Wir Landwirte sind doch selbst auch daran interessiert, dass unser Boden gut ist und unsere Tiere gesund sind", sagte Knabbe.
Laves-Präsident Eberhard Haunhorst versicherte, dass er die Sorgen der Landwirte verstehe. Er habe die Erfahrung gemacht, die Bauern stehen unter einem gewissen Generalverdacht und müssten oft als Sündenböcke für Politik und Gesellschaft herhalten. In manchen Fällen führe das zu einer Diskriminierung. Haunhorst sieht die Lösung des Problems in einer größeren Akzeptanz in der Gesellschaft. Die Kontrollen würden nicht dazu dienen, um die Bauern zu gängeln, sondern um eine größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten.
Eines wurde in der Diskussion deutlich: Die Landwirte wünschen sich deutlich mehr Rückendeckung von der Laves und der Politik. Welche Sprengkraft die Diskussion besitzt, zeigt der Kommentar einer Zuhörerin: "Ich war während des Vortrags so wütend, dass ich den Saal verlassen habe. Ich kann nicht verstehen, wieso das nicht auch alle anderen gemacht haben."
• Während der Versammlung wählten die Mitglieder Johann Knabbe für weitere drei Jahre zu ihrem Vorsitzenden. Knabbes erste Amtshandlung: Er zeichnete die zwei ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Klaus Fricke und Heinrich Kühlcke-Schmoldt mit Ehrennadeln des Bauernverbandes aus.