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Aus fürs Dahdaleh-Hotel

So sollte das Dahdaleh-Hotel aussehen. Doch nun sind die Pläne vom Tisch (Foto: Architekturbüro Buttge)

"Stader Hof"-Betreiber klagt erfolgreich gegen Mega-Herberge

tp. Stade. Lange hatte sich Hotelier Vinco Topic (59), Inhaber des Hotels "Stader Hof" vor der scheinbar übermächtigen Konkurrenz gefürchtet - nun kann er aufatmen: Investor Victor Dahdaleh darf in Topics Nachbarschaft kein Mega-Hotel errichten. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat jetzt einen entsprechenden Bebauungsplan der Stadt Stade gekippt. Nach Ansicht der Richter besitzt der "Stader Hof", der neben dem Veranstaltungszentrum Stadeum liegt, einen besonderen Schutzstatus.

Wie das WOCHENBLATT mehrfach berichtete, wollte der reiche, international tätige Unternehmer und Eigentümer der "Aluminium Oxid Stade" (AOS), Victor Dahdaleh, neben dem Stadeum ein repräsentatives Fünf-Sterne Hotel in Schiffsform mit Tagungs- und Wellnessbereich und rund 140 Zimmern errichten. Die Planungen waren weit fortgeschritten. Architekten-Entwürfe wurden bereits der Öffentlichkeit präsentiert.

Doch Anwohner und mehrere Hoteliers aus der Stadt schlugen Alarm. Sie fürchteten eine Übersättigung des Beherbergungs-Marktes und ein Hotelsterben. Vinco Topic, der mit seiner Ehefrau Nadine (41) in direkter Nachbarschaft das Vier-Sterne Hotel "Stader Hof" mit 100 Zimmern betreibt, sah seine Existenz gefährdet. Er klagte gegen den vom Rat der Stadt aufgestellten Bebauungsplan - und bekam Recht. Nach Ansicht der Lüneburger Richter stehe der "Stader Hof" unter Vertrauensschutz. Der städtische Kulturtempel "Stadeum" (Baujahr 1988) und das Hotel "Stader Hof" (Baujahr 1989) wurden als Einheit errichtet. Laut der Erbbaurechtsverträge aus dem Jahr 1988 sollen beide Einrichtungen eng kooperieren. Diese Bedingung habe die Stadt nicht ausreichend berücksichtigt. Laut OVG müsse Topic jedoch darauf vertrauen können, dass die Stadt seine wirtschaftlichen Interessen bei neuen Planungen besonders berücksichtigt.

Das Urteil ist endgültig. Eine Revision lässt das Gericht nicht zu.
"Wir sind überglücklich und können endlich sorglos in die Zukunft blicken", sagt Vinco Topic. Nach den Querelen möchte er nun wieder "ein gutes Verhältnis zu Stadt Stade aufbauen".