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Azubis aus Stade schnuppern im Ausland

Die Lehrlinge Rebecca Fröhlich und Marcel Meyer machten neue Erfahrungen im Ausland (Foto: am / Rebecca Fröhlich)
am. Stade. In anderen Ländern läuft es doch etwas anders - das stellten Rebecca Fröhlich und Marcel Meyer bei ihrem Auslandsaustausch fest. Die Lehrlinge der Firma NDB Elektrotechnik in Stade haben drei Wochen lang in die Ausbildung ihrer Berufe in zwei Ländern in Skandinavien hineingeschnuppert.
Marcel Meyer (20) wurde von der Handwerkskammer angeschrieben und bewarb sich für ein Erasmus-Austauschprojekt, das jungen Menschen einen Blick in ausländische Betriebe ermöglicht. Der Auszubildende für Elektronik für Energie und Gebäudetechnik fuhr für drei Wochen nach Norwegen, wo er nach einer Woche Schule, mit norwegischen Kollegen aus einer Straßenbaufirma auf Montage fuhr und Kabel für die Beleuchtung einer Brücke verlegte. "Es war eine tolle Erfahrung" sagt er. Was ihm vor Allem in Erinnerung blieb, sei das entspannte Arbeitstempo der Norweger.
Rebecca Fröhlich (22) ist im zweiten Ausbildungsjahr zur Kauffrau für Büromanagement. Sie hat an einem Austausch-Projekt der BBS II teilgenommen und in Finnland die Stadt Kerava besucht. Dort hat sie in der Berufsschule das finnische Ausbildungsystem kennengelernt und im Lager eines Unternehmens für Groß- und Außenhandel Erfahrungen gesammelt. "Die Lehrlinge in Finnland lernen den Praxisteil nicht im Betrieb, sondern in der Schule", sagt die junge Frau. "Die Partnerunternehmen besuchen sie nur während der Praktika." Auch sie arbeitet dort wie Marcel Meyer schneller als ihre Kollegen.
Beide Lehrlinge kamen mit vielen neuen Erfahrungen zurück - und mit dem Gefühl, dass es in anderen Ländern viel entspannter zugeht. "Hierzulande werden schon die Schüler auf Schnelligkeit getrimmt", so ihr Eindruck.
Anleiter Florian Schtanz von NDB erklärt die Unterschiede der Ausbildungen aus seiner Sicht: Durch die sehr schuliche Ausbildung in Finnland und Norwegen würden die Lehrlinge weniger praktische Erfahrung sammeln. "Im Deutschland müssen die Azubis im Betrieb unter realen marktwirtschaflichen Bedingungen arbeiten", sagt er. Das funktioniere anders als der Praxisunterricht an Schulen. Die dortigen Azubis seien dafür aber im Bereich der theoretischen Grundlagen weiter als die deutschen Lehrlinge.
Die Firma NDB unterstützt den Auslandsaustausch ihrer Auszubildenden. Neben den beiden Lehrlingen nahmen auch Kiera Meinhart und Raphael Krämer an den Austauschprojekten teil. Als nächstes steht nun der Besuch der Auszubildenden aus Finnland Norwegen und Island in Stade an.