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Bürokratie als Bankenbremse im Landkreis Stade

Der haushaltspolitische Sprecher der CDU, Reinhold Hilbers (stehend) mit (hi. v. li.) den Landtagsabgeordneten Helmut Dammann-Tamke und Kai Seefried sowie dem Bundestagsabgeordneten Oliver Grundmann (Foto: tp)

Haushaltspolitischer CDU-Sprecher sagt Region Unterstützung zu / "Getrieben von Mega-Trends"

tp. Stade. "Die regionalen Banken und Sparkassen sind die wichtigste Säule in unserem Finanzsystem", betonten unisono die Stader CDU-Landtagsabgeordneten Kai Seefried und Helmut Dammann-Tamke am Mittwoch beim Bankengespräch mit CDU-Spitzenpolitikern aus dem Landkreis Stade und Chef-Bankern im "Stadissimo".

Gastredner Reinhold Hilbers, haushaltspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, sicherte den Verantwortlichen insbesondere Unterstützung beim Abbau von Bürokratie im Bankensektor zu. Hilbers sprach sich gegen "praxisferne EU-Regularien" aus, die die regionale Finanzwirtschaft ausbremsten. Der Staat solle nur dort regulierend eingreifen, wo das Gesamtsystem "aus den Angeln gehoben werden kann". Er wolle sich stattdessen in der Landespolitik für für einen "lokalen Maßanzug" für die hiesigen Banken stark machen. "Mit dem Bezug zu den Menschen und der Region".

Rückendeckung in dieser Sache versprach auch der CDU-Landtagsabgeordnete Oliver Grundmann.

Verärgert über ausufernde Regularien zeigte sich Henning Porth (Volksbank Stade-Cuxaven): "Beinahe jeden Monat ein neues Gesetz mit 50 Seiten Erklärung, das kann nicht angehen."

Einen Ausblick auf die Zukunft des regionalen Bankwesens gab Heinz Lüers (Sparkasse Harburg-Buxtehude): "Wir sind getrieben von den Mega-Trends Digitalisierung, demografischer Wandel, Regionalität, Aufsichtsrecht und Niedrigzinsphase." Der demografische Wandel etwa bringe den Banken eine neue Generation älterer Kunden, die mit neuen Medien vertraut und investitionsfreudig im fortgeschrittenen Alter seien. "Warum also nicht ältere Leute als Immobilienkunden gewinnen?" Verändertes Kundenverhalten mit schnelleren finanziellen Entscheidungen stellt Lüers im Zuge der Digitalisierung fest.

Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase, so räumte Lüers ein, sei es zunehmend schwierig, attraktive Geldanlagen mit überschaubarem Risiko zu finden. Bezug nehmend auf die Regionalisierung stellte er fest: Wenngleich die Kunden heute international vernetzt seien, fände bei ihnen eine "Besinnung auf regionale Stärken" statt. Sparkassen gälten daher als vertraute Partner vor Ort. Kunden seien bereit, für Mehrwerte zu zahlen, "wenn die Leistung stimmt".

Kritik an den regionalen Banken hingegen äußerte Heike Vollmers, stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Stade der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT): "Arbeit dicht am Kunden? Dem muss ich widersprechen. Insbesondere Gründerfirmen mit innovativen Geschäftsideen, aber dünner Eigenkapitaldecke, erhielten zu häufig eine Kreditabsage.