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Chancen für den Stader Seehafen

Verladung von Großbauteilen für Windkraftanlagen am Vielzweck-Terminal am Stader Seehafen (Foto: tp)

Grüner Reinhard Elfring fordert Bericht zur aktuellen Lage / Chef der Hafengemeinschaft ist optimistisch

tp. Stade. "Behaltet den Stader Seehafen im Blick" mahnt der Stader Politiker Reinhard Elfring den neuen Rat angesichts der Entwicklung an weiteren niedersächsischen Hafenstandorten. Er fordert die Verwaltung auf, im nächsten Wirtschaftsausschuss einen Bericht zur Hafenentwicklung zu erstatten. Die Konkurrenz schläft nicht: In Cuxhaven baut der Siemens-Konzern eine Wind-Fabrik.

Mit Besorgnis verweist Elfring auf ein vom Wirtschaftsministerium herausgegebenen "Perspektivpapier Hafen Niedersachsen 2020". "Demnach wird das Land bis zum Jahr 2020 insgesamt 194 Millionen Euro in die Infrastruktur der Häfen investieren. Alle relevanten Häfen werden berücksichtigt - außer Stade", sagt Elfring.

Noch gravierender sei jedoch, dass für alle Standorte positive Perspektiven als Logistik- oder Wirtschaftsstandort aufgezeigt würden. Der Seehafen Stade werde dabei mit keinem Wort erwähnt, "sodass die Chancen für eine Weiterentwicklung des Hafenstandorts Stade von Seiten des Landes" möglicherweise "schlecht aussehen".

Optimistisch hingegen gibt sich Marco Dibbern, Geschäftsführer des Vereins "Seehafen Stade", einer Hafenwirtschaftsgemeinschaft, die sich die Förderung Infrastrukturentwicklung des Standorts Stade zum Ziel gesetzt hat. Positive Synergieeffekte erwartet Dibbern durch die neue, 200 Millionen Euro teure Fabrik für Hochsee-Windanlagen in Cuxhaven mit riesiger Produktionshalle auf einem 24 Fußballfelder großen Gelände direkt am Hafen. Dort soll Mitte 2017 die Herstellung von Maschinenhäusern für Windturbinen beginnen.

Marco Dibbern, der die Interessen der Firmen im Industrie- und Gewerbegebiet Stade Nord (Chemcoastpark Stade) vertritt, sieht in dem Siemens-Werk eine "wertvolle Ergänzung und Stärkung für den gesamten Unterelberaum". Durch das neue Werk "werden sehr viele Arbeitsplätze im Großraum Cuxhaven-Stade entstehen". Dibbern erwartet fest die Ansiedlung von Subunternehmern und Dienstleistern.

In ihren Stader Produktionsanlagen stellen laut Dibbern die Unternehmen Adwen Blades (Rotorblätter) und die Großgießerei Global Castings (Turbinenbestandteile) bereits relevante Teile für die Offshore-Windenergie her. "Die Großgussteile können unter anderem bei Siemens in Cuxhaven weiterverarbeitet und dann zu fertigen Turbinenköpfen zusammengefügt werden."

Der Stader Seehafen mit dem Vielzweck-Terminal sei integraler Bestandteil der wachsenden Offshore-Windenergiebranche und der zugehörigen Logistik und könne "von der Ansiedlung nur profitieren".