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Der lange Weg des Lichts

Der Raps blüht - hier ein Feld bei Kutenholz im Kreis Stade

Von der Sonne in den Tank / Viel Raps aus der Region wird in den Hamburger Ölmühle veredelt

(tp). Allerorts färben sich die Felder gelb: Im Süden der Elbe blüht der Raps. Bedingt durch den strengen Winter hat die Blüte der Energiepflanze dieses Jahr mit rund acht Tagen Verspätung eingesetzt. Laut dem Stader Kreislandwirt Johann Knabbe (56) aus Fredenbeck ist es noch zu früh für eine Ernteprognose. "Doch wir Bauern im Landkreis Stade hoffen auf Erträge von 3,5 bis vier Tonnen je Hektar." Ein Großteil des in den Landkreisen Stade und Harburg angebauten Raps wird in der Hamburger Ölmühle zu Öl für den Weltmarkt verarbeitet.
Doch bis die in den Rapssamen gespeicherte Sonnenenergie als goldgelbes Öl als Diesel-Beimengung in die Auto-Tanks und als Speiseöl in die Bratpfannen und Salatschüssen fließt, ist es ein langer, beschwerlicher Weg. Mehrere Düngungen gegen Schädlinge sind nötig, damit de Pflanze ihre volle Leistungskraft entwickelt. Laut Kreislandwirt Knabbe werden die Pflanzen derzeit mit einem Spezialmittel gegen einen bestimmten Pilz behandelt, die die Blüten schädigt. Wenn alles gut geht, werfen die Rapsfelder in der Region bis zu 1.600 Liter Öl je Hektar ab. Johann Knabbe schätzt die Rapsanbaufläche im Kreis Stade auf 4.000 Hektar, "im stark ackerbaugeprägten Kreis Harburg dürften es deutlich mehr sein".
Mit der Dreschmaschine werden die geernteten Rapssamen von den Schoten befreit. Erstabnehmer der schwarzen Körnchen sind regionale Händler wie Hansa Landhandel oder die Saatzucht, die das Erntegut zunächst einlagern und eine gute Marktpreisentwicklung abwarten.
Ölmühlen in Mannheim in Baden-Württemberg und Leer in Ostfriesland sowie die zu dem amerikanischen Konzern Archer Daniels Midland (ADM) gehörende Ölmühle Hamburg sind die größten Abnehmer von Raps aus Norddeutschland. Die gigantischen Tanks des Werkes prägen neben der Köhlbrandbrücke die Skyline des Hafens.
"Leider veröffentlicht unser Unternehmen keine Verarbeitungsmengen, Erfassungs- und Bezugsquellen", heißt es von einer ADM-Sprecherin. Doch fest steht: Öl aus der Hamburger Ölmühle ist ein Weltmarktprodukt. Nach Johann Knabbes Schätzungen fließen 60 Prozent Prozent in die energetische Verwendung, etwa als Biodiesel. Weiter ist Rapsöl eine beliebte Küchenzutat und ein begehrter Grundstoff in der Kosmetik. Der beim Ölpressen anfallende Rapsschrot findet seinen weg zurück aus Platte Land: Rapsschrot ist ein erstklassiges Futtermittel für Vieh.
• Laut Landwirtschaftskammer Niedersachsen liegt der für dieses Jahr erwartete Erzeugerpreis bei 410 bis 420 Euro pro Tonne (Stand Ende März 2013). Beim Discounter Lidl kostet ein Liter Raps-Speiseöl 1,19 Euro.