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Die Suche nach dem Richtigen

Henrik Könemann (15), Neuntklässler aus Guderhandviertel, interessiert sich für eine Stelle als Bankkaufmann. Wolfgang Möbus, Ausbildungsleiter bei der Kreissparkasse, und Azubi Ole Holst erklären, worauf es bei einer Bewerbung ankommt
bc. Stade. Die Auswahl an guten Auszubildenden wird kleiner: Ein fortwährender Trend, den auch die teilnehmenden Unternehmen und Behörden bei der Ausbildungsmesse "Finanzen - Versicherung - Verwaltung" im Berufsinformationszentrum in Stade feststellten. "Um gute Auszubildende müssen wir uns mehr bemühen als früher", sagt Dörte Rieck von der Regionaldirektion der VGH Versicherungen.

Noch vor einigen Jahren brauchte es keine Ausbildungsmessen wie diese jetzt in Stade. Damals trudelten automatisch genügend Bewerbungen von geeigneten Azubis ein. Heute ist das anders. Heute müssen die Unternehmen um potenzielle Kandidaten buhlen. Die Konkurrenz um Auszubildende wächst zunehmend.

"Diesen Trend merken wir schon länger. Waren es früher fünf, sechs gute Bewerber, sind es heute zwei bis drei", sagt Mona Wilhelmi, Ausbildungsleiterin bei der Sparkasse Stade-Altes Land. Die Anforderungen an die Bewerber werde die Sparkasse aber dennoch nicht heruntersetzen. "Unser Ziel ist es, den jungen Leuten eine Orientierung zu geben. Sie sollen bei der Suche nach einer Lehrstelle nicht nur in eine Richtung denken", so Wilhelmi.

Wichtig sei es, den Bewerbern gute Perspektiven zu geben. "Wir stellen Auszubildende mit dem klaren Ziel ein, sie nach der Lehre zu übernehmen", sagt Wolfgang Möbus, Ausbildungsleiter bei der Kreissparkasse Stade. Es sei "betriebswirtschaftlicher Blödsinn", viel Geld in die Ausbildung zu stecken, um die Fachkräfte dann wieder ziehen zu lassen. Bei 15 Lehrlingen, die die Kreissparkasse im kommenden Jahr einstellen möchte, betrage die Investitionssumme immerhin ca. 750.000 Euro. Auch Möbus stellt bei seiner Arbeit fest: "Wenn ich früher einem Bewerber mitgeteilt habe, dass er bei uns anfangen kann, hat er sich riesig gefreut. Heute fragen viele, wie viel Bedenkzeit sie noch haben."

Trotz der offenbar immer knapper werdenden Ressourcen an Lehrlingen, fand die Messe regen Zulauf. Dörte Rieck: "Man merkt, dass die Schüler immer früher nach einer Orientierung für das spätere Berufsleben suchen."