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"Euphorie hat sich gelegt": Agentur für Arbeit Stade zieht Jahresbilanz

Agenturchefin Dagmar Froelich mit dem operativen Geschäftsführer Andreas Kühne
lt. Stade. Von Gegensätzen war die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr geprägt. Besonders positiv entwickelte sich die Situation der Frauen, problematisch bleibt die "Generation 50+", so Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2013.
Insgesamt habe sich die Euphorie der Vorjahre gelegt. Die Anzahl der Beschäftigten sei im Agenturbezirk zwar um einen Rekordwert von zwei Prozent angestiegen, parallel dazu habe sich aber auch die Anzahl der Arbeitslosen um 0,2 Prozent leicht erhöht. Die Arbeitslosenquote sei wiederum von 5,7 auf 5,6 Prozent gesunken.
Während in den Landkreisen Cuxhaven und Rotenburg die Arbeitslosenzahlen anstiegen, sei die Lage im Landkreis Stade erfreulich. Hier sanken die Arbeitslosenzahlen um 165 Personen, das entspricht einem Rückgang von 2,5 Prozentpunkten. Die Arbeitslosenquote sank von 6,5 auf 6,4 Prozent.
Als großen Erfolg wertete Dagmar Froelich den Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den Frauen um 1,5 Prozentpunkte. Bei den Alleinerziehenden sank die Arbeitslosigkeit sogar um 5,1 Prozentpunkte.
Die Agenturchefin macht für die positive Entwicklung u.a. die zahlreichen gezielten Maßnahmen verantwortlich, die von der Agentur angeboten wurden. Auch eine bessere Beratung der Frauen sowie ein besseres Kinderbetreuungsangebot hätten eine Rolle gespielt.
"Betroffen" sei die Agenturchefin, weil die Jugendarbeitslosigkeit im Agenturbezirk um 3,1 Prozentpunkte gestiegen ist. Viele unter 20-Jährige hätten keinen Job, u.a. auch deshalb, weil die Ausbildungsbetriebe die jungen Leute nicht übernommen hätten. "Jeder arbeitslose Jugendliche ist einer zuviel", so Froelich.
Problematisch sei nach wie vor die Situation der älteren Arbeitslosen (50+). Sie machen ca. 30 Prozent der Arbeitslosen insgesamt aus. Weitere 30 Prozent seien Langzeitarbeitslose, die seit mehr als zwölf Monaten keinen Job haben.
Für 2014 prognostiziert Dagmar Froelich eine verhalten positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Ein Schwerpunkt soll in den kommenden Monaten das Nachholen von Bildungsabschlüssen sein. Außerdem solle noch mehr für eine wirkungsvolle Berufsorientierung junger Menschen getan werden, um den Fachkräftebedarf zu sichern.
Die Einstellung von Fachkräften aus dem Ausland sei bislang außer im Pflegebereich noch kein Top-Thema, so Dagmar Froelich. Gleichwohl gebe es einen höheren Beratungsbedarf bei den Betrieben, was ausländische Arbeitskräfte angehe.
Der Bezirk der Agentur für Arbeit Stade umfasst die Landkreise Stade, Cuxhaven und Rotenburg und ist rund 5.400 Quadratkilometer groß. Von insgesamt 560.000 Einwohnern sind 148.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt, 28.000 Menschen suchten 2013 einen Job. Es gibt 14.000 Betriebe im Agenturbezirk, 99 Prozent von ihnen sind kleine und mittelständische Unternehmen. Die Agentur für Arbeit hat insgesamt acht Standorte im Bezirk, u.a. in Stade und Buxtehude.