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Frauen verdienen noch immer weniger als Männer und arbeiten mehr Teilzeit

Frauen verdienen 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen (Foto: NGG)
(lt). Seit 100 Jahren dürfen Frauen wählen gehen, eine Lohngerechtigkeit gibt es dagegen noch immer nicht. Das kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) anlässlich des Weltfrauentages in der vergangenen Woche. Nach Ermittlungen des Statistischen Bundesamtes verdienen Frauen in Deutschland 21 Prozent weniger als Männer.
Auch der Großteil der Teilzeit- und Minijobs werde von Frauen besetzt. Im Landkreis Stade liegt der Anteil laut NGG bei 73 Prozent. Bei den rund 18.500 Teilzeitstellen im Landkreis liege der Frauenanteil sogar bei 85 Prozent.
Von einer "Karrierefalle" spricht in diesem Zusammenhang Dieter Nickel, Geschäftsführer der NGG Bremen-Weser-Elbe. Vor allem in Hotels, Restaurants und Bäckereien seien Minijobs und Teilzeit-Verträge stark verbreitet. Wer aber nur 20 oder 25 Stunden wöchentlich arbeite, habe es im beruflichen Aufstieg deutlich schwerer, so Nickel.
Er weist darauf hin, dass es zwar für Frauen erstmals in diesem Jahr einen Rechtsanspruch darauf gebe, zu erfahren, was ein männlicher Kollege in ähnlicher Position verdiene. Das Lohntransparenzgesetz gelte aber nur in Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten. Davon habe kaum eine Bäckereifachverkäuferin im Kleinbetrieb etwas, so Nickel.
Sollte die Politik nicht deutlich mehr gegen Lohnungerechtigkeit tun, dürfte sich nach Einschätzung der NGG auch die Altersarmut für Frauen verschärfen. "Nach der rechtlichen Gleichstellung muss auch eine vollständige Gleichbehandlung im Job kommen. Unterschiedliche Löhne für Männer und Frauen darf es heute nicht mehr geben", sagt Dieter Nickel.

• Der Weg zur echten Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist noch weit, meint Julia Vierlinden, Bundestagsabgeordnete der Grünen für Nordost-Niedersachsen. Aktuelle gebe es sogar wieder Rückschritte. So sei der Frauenanteil bei den Abgeordneten im Bundestag auf unter ein Drittel gesunken. Auch im niedersächsischen Landtag gebe es seit der letzten Wahl weniger Frauen.
Vierlinden unterstützt deshalb die Berliner Erklärung von 17 Frauenverbänden, die ein Paritätsgesetz fordern. Ein solches Gesetz, wie es z.B. in Frankreich gilt, verpflichtet die Parteien zur gleichberechtigten Besetzung der Wahllisten mit Männern und Frauen.