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Handwerksforum 2014: Rekord an Innungs-Besten

Wann? 29.11.2014 16:00 Uhr

Wo? Stadeum, Schiffertorsstraße 6, 21682 Stade DE
Die Innungsbesten werden auf dem Handwerksforum für ihre Leistungen geehrt (Foto: Archiv/lt)
 
Festredner David McAllister (Foto: Pressefoto McAllister)
Stade: Stadeum |

Beim Handwerksforum werden insgesamt 49 junge Gesellen für ihre Top-Noten geehrt

sb. Stade. Die Handwerkswochen, in denen sich die Handwerksinnungen im Landkreis Stade treffen, Informationen austauschen und sich weiterbilden, neigen sich dem Ende zu. In diesem Jahr war die Gemeinde Drochtersen Gastgeber der Versammlungen.

Krönender Abschluss des Aktionszeitraums ist das Handwerksforum am Samstag, 29. November, im Stadeum. Gastredner ist David McAllister, Abgeordneter des Europäischen Parlaments.

„Ein wichtiger Bestandteil des Festaktes ist die Würdigung unseres erfolgreichen Nachwuchses“, sagt Detlef Böckmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stade. „Dazu gehört unter anderem die Ehrung der besten Auszubildenden.“

In diesem Jahr verzeichnen die Innungen einen Besten-Rekord. Insgesamt schlossen 49 junge Leute ihre Gesellenprüfung mindestens mit der Note zwei ab - normalerweise sind es 30 bis 40. Von den Besten in diesem Jahr gehören allein 22 der Innung für Land- und Baumaschinentechnik an. „Das war ein ganz starker Jahrgang“, freut sich Detlef Böckmann.

Zudem werden beim Handwerksforum im Stadeum 34 neue Jungmeister zu ihrem Meisterbrief beglückwünscht und die Preisträger des Leistungswettbewerbs der Handwerksjugend geehrt. Des Weiteren wird die Professor-Piest-Medaille für besondere Leistungen für das Handwerk vergeben. „Die Würdigung guter Arbeit ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Fachkräftemangel“, sagt Detlef Böckmann.

Europa fest im Blick: Festredner David McAllister spricht über die Zukunft des Meisterbriefs

Prominenter Festredner des Handwerksforums ist David McAllister (43). Der Abgeordnete des Europäischen Parlaments spricht zum Thema „Deutsche Meister. Starkes Europa - Ja zum Meister“.

Hintergrund des Vortrags: Die Europäische Kommission hat im Auftrag der Staats- und Regierungschefs im Oktober 2013 die Mitgliedsstaaten aufgerufen, ihre Zugangsschranken für regulierte Berufe zu hinterfragen. „Eine Arbeitsgemeinschaft soll jetzt im Laufe der kommenden zwei Jahre europaweit Vorschläge erarbeiten, inwieweit Voraussetzungen zur Gründung einer Firma neu geregelt werden können“, erläutert Detlef Böckmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Stade.

Im deutschen Handwerk ist in vielen Fällen der Meisterbrief Grundvoraussetzung für die berufliche Selbstständigkeit. Und das mit gutem Grund. Bei Gewerken ohne diese Voraussetzung, z.B. Fliesenleger, seien 60 Prozent der Betriebe fünf Jahre nach deren Gründung wieder vom Markt verschwunden. Betriebe mit Meisterbrief hielten deutlich länger durch.

Gleichzeitig gestattet der Meisterbrief die Ausbildung von Lehrlingen. „In Deutschland werden 95 Prozent der Auszubildenden in Meisterbetrieben oder in Betrieben mit gleichwertig qualifizierten Betriebsleitern ausgebildet“, sagt Böckmann. „Die Ausbildungsquote im deutschen Handwerk ist dabei mit knapp acht Prozent mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft.“ Gleichzeitig sei die Jugend-Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik mit 7,4 Prozent die niedrigste in der Europäischen Union.

Das zeige, dass der Meisterbrief ein adäquates Mittel sei, um Betriebe erfolgreich im Markt zu halten und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Diese hohe Qualifikation darf nicht aufgeweicht werden“, warnt Detlef Böckmann. „Es gilt, sich einer möglichen Dequalifikation selbstbewusst entgegenzustellen.“

Die Anzahl der Lehrstellen steigt

Im Landkreis Stade lernen immer mehr junge Menschen einen Handwerksberuf. Ende Oktober gab es in der Region 528 neue Lehrverträge, im Jahr 2013 waren es 525 und im Jahr davor 515. Das sei ein hohes Niveau, das es zu halten gelte, so Böckmann.

Meisterkurse sind stark nachgefragt

Detlef Böckmann hebt hervor, dass die Kreishandwerkerschaft Stade die einzige in der Region ist, die die Meisterschulkurse Teil drei und vier anbietet. Die beiden ersten Teile werden bei der Handwerkskammer absolviert, für die Folgeseminare sind die Kreishandwerkerschaften zuständig. „Dadurch, dass das Angebot in den Nachbarkreisen fehlt, begrüßen wir viele Teilnehmer aus den Regionen Cuxhaven, Harburg und Rotenburg“, freut sich Böckmann. „Für die Kurse ab Sommer 2015 liegen uns bereits Anmeldungen vor.“

Dem Handwerk geht es gut

Die Auftragslage im Handwerk ist gut, von einer gedämpften Konjunktur ist nichts zu spüren. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunktur-Umfrage der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Über 90 Prozent der befragten Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend. Mehr als die Hälfte der Betriebe (53 Prozent) melden stabile Umsätze, 28 Prozent konnten ihre Umsätze sogar steigern. Nur 19 Prozent verzeichnen rückläufige Umsatzzahlen.
Auch die Zukunftserwartungen sind optimistisch: 68 Prozent der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung in den kommenden Monaten aus.