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Kapitalmarktforum der Sparkasse Stade-Altes Land: Mit James Bond sparen

Dr. Holger Bahr, Chefvolkswirt der Deka-Bank, warb für eine bessere Aktienkultur in Deutschland

tk. Jork. Harte Fakten eloquent und unterhaltsam zu präsentieren, ist eine Paradedisziplin von Dr. Holger Bahr, Chefvolkswirt der Deka-Bank. Beim Kapitalmarktforum der Sparkasse Stade-Altes Land im Fährhaus Kirschenland erklärte er die komplizierte Welt von Kursen und Niedrigzinsen und brach "eine Lanze für mehr Aktienkultur in Deutschland". Für Bahr nach wie vor die beste Möglichkeit, Kapital anzulegen.



Vieles, was in der Weltwirtschaft 2015 eine Rolle gespielt habe, wie Terrorangst oder Börsencrash in China, sei auch 2016 ein Thema. Bahr sprach von "geplanter Unsicherheit". Er warnte aber davor, Chinas Probleme überzubewerten: "Das Land steht nicht am Abgrund". Genauso wie Chinas Wirtschaft weiter wachse, verhalte es sich mit der Weltwirtschaft insgesamt. "Wir rutschen nicht nach unten durch, aber der Aufschwung reißt noch nicht alle mit", kommentierte er die Weltlage.

Grundsätzlich können die Menschen in Deutschland zufrieden sein: starke Volkswirtschaft, hohe Beschäftigung, ein moderates Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Aber: "Wir ruhen uns noch etwas zu sehr auf unseren Lorbeeren aus."
Dass die aktuelle Nullzins-Politik der Zentralbanken - in Amerika hat die Notenbank FED ihren Kurs mittlerweile ganz leicht geändert - auf Dauer Realität bleibt, glaubt der Experte nicht. "Nullzinsen sind nicht normal." Er rechnet aber nicht mit einer Leitzinserhöhung durch die Europäische Zentralbank EZB vor 2018. Bahr nannte es einen "Preis für Sicherheit", dass etwa Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit nur mickrige 0,5 Prozent Zinsen abwerfen.

Angesichts der wirtschaftlichen Rahmendaten und der anhaltenden Nullzinspolitik sind Aktien für den Volkswirt "tendenziell zu präferieren". Er geht im Laufe der kommenden Monate von Schwankungen in beide Richtungen aus. Vor allzu großen Gewinnerwartungen warnte Bahr: "Renditebäume wachsen nicht in den Himmel."

Warum Aktien die nachhaltig lukrativste Anlageform seien, machte der James
Bond-Fan mit einem kuriosen Beispiel deutlich: Würde ein Bond-Enthusiast beim ersten Kinofilm im Jahr 1962 100 Euro in einen Deka-Fonds investiert haben und bei jedem neuen Streifen 100 Euro dazulegen, käme nach 24 Bond-Filmen eine rechnerische Anlagesumme von 47.000 Euro zusammen.